Der Presslufthammer ist schon von Weitem zu hören. Horst Schlüter und Göran Schimmelpfennig von der BauFirma Eydam haben keine Zeit zu verlieren "Wir sind hier seit Montag dabei, die maroden Steine herauszubrechen.", klärt Göran Schimmelpfennig auf, während sein Kollege kurz den Elektrohammer schweigen lässt. Firmenchef Christoph Eydam kennt sich aus mit Schleusen. Er hatte bereits die Schöpfurter Schleuse in Finowfurt und die Eberswalder Stadtschleuse im Auftrag des WSA gebaut. "Das sind meine Referenzobjekte" sagt der 57-Jährige nicht ohne Stolz. Auch für die Arbeiten an der Stecherschleuse hat er wieder den Zuschlag vom WSA erhalten. "Bei der Inspektion im letzten Herbst haben wir festgestellt, dass der Toranschlag am Unterhaupt repariert werden muss. Die alten Kantensteine sind marode und müssen dringend erneuert werden. Die Schleuse ist eben 140 Jahre alt. Eigentlich sind sie nur für 100 Jahre Lebensdauer ausgelegt", erläutert Peter Münch vom WSA Eberswalde die entstandene Situation. Um mit den Abbrucharbeiten beginnen zu können, musste erst das Schleusentor demontiert werden. Danach wurde in der Schleuse ein Gerüst montiert, von dem aus die Abbrucharbeiten durchgeführt werden. Am 6. Juni soll die Schleuse wieder betriebsbereit sein. "Wir gehen davon aus, dass wir das schaffen", ist sich Christoph Eydam sicher. Darüber würde sich nicht nur Peter Snaschel aus Eberswalde sehr freuen. Seit dem letzten Jahr bietet er touristische Fahrten mit seinem Sportboot "Onkel Peter" auf dem Finowkanal an. Zwölf Personen haben darauf Platz. Auch er wurde von der Nachricht über die siebenwöchige Sperrung der Stecherschleuse kalt erwischt. "Ich hatte schon einige Buchungen für Fahrten bis zum Schiffshebewerk. Diese musste ich nun leider alle absagen, da der Finowkanal ja eine Sackgasse ist. Das ist wirklich sehr schade", bedauert Snaschel.
Doch nicht nur die Stecherschleuse ist altersbedingt in einem schlechten Zustand. Auch andere Schleusen sind dringend sanierungsbedürftig. Ob der Bund dafür künftig eventuell Geld zur Verfügung stellt, soll sich im Mai entscheiden. "Wir erwarten in den nächsten Wochen Post vom Bundesverkehrsministerium, in der stehen soll, wie es mittelfristig mit dem Finowkanal weitergehen wird", bestätigt Peter Münch.
Christoph Eydam mag sich einen Finowkanal ohne funktionierende Schleusen nicht vorstellen. "Er ist eines unserer touristischen Glanzlichter im Barnim. Das müssen wir unbedingt erhalten. Wenn kein Geld mehr da ist, um die Schleusen betriebsbereit zu halten, wäre das eine Tragödie", sagt er.