Mit einem Doppelkonzert ging am vergangenen Sonnabend das diesjährige Festival "Jazz in E." mit viel Lob und Beifall zu Ende.
Den Anfang machte gegen 20.30 Uhr, die deutsch-dänische Formation Dell/Lillinger/Westergaard feat. John Tchicai. Tchicai, Jahrgang 1936, war als einziger europäischer Saxophonist an der Begründung und Ausgestaltung des neuen Jazz in New York in den sechziger Jahren beteiligt.
Während dieser Zeit spielte er auch mit John Coltrane, auf dessen Spuren sich das in diesem Jahr dem "Trance" gewidmete Festival, neben einigen anderen begab.
Spontane Versatzstücke, dissonante Improvisationen, Tchicais teilweise ethnisch anmutender Erzählgesang und die schier endlose Kreativität und Impulsivität von Christian Lillinger am Schlagzeug nahmen viele der Gäste mit auf eine Reise durch Geräusche und ungewohnte Klänge. So auch Anke und Andreas Elling aus Eberswalde, denen besonders die Drumpassagen gefallen hatten.
"Die Form entsteht aus der Bewegung", erklärte Christopher Dell (Vibraphon) im Anschluss.
Das Publikum sei in seiner Interpretation so frei wie möglich, denn es gäbe keine direkte Botschaft, die sich aus Worten und Klang erschließe, so der Musiker. Trotzdem solle es so konkret wie möglich sein, betonte er.
Den zweiten Teil des Abends bestritt dann Jan Galega Brönnimanns "Brink Man Ship" mit einer Vorstellung von Trance-Musik, wie man sie oft erwartet.
Elektronische Musik, sphärisch und dicht. Teils mit ungeheurer Bassgewalt, aber dennoch mit dem feinen Gespür des sich Zurücknehmens. Manchmal an Walgesang oder nautische Geräusche erinnernd, immer jedoch spannend und energetisch, mit einer Melange, die zu fesseln wusste.
"Mottogerecht und ganz wunderbar organisiert", fasste Günter Bochow aus Eberswalde, selbst passionierter Musiker und Jazzliebhaber, das aktuelle Festival zusammen.
Auch Festivalleiter Udo Muszynski zeigte sich zufrieden. "Das war ein intensives Erlebnis mit tollen Konzerten", erklärte er.