Was im Juni kurz vor den Sommerferien innerhalb von zwei Wochen nahezu als Schnellschuss für die Gesamtschule 3 in Eisenhüttenstadt begann, hat sich im Juli und August zum Hit entwickelt – der Titel „Unsere Stimme“ beim bundesweiten Wettbewerb „Dein Song für eine Welt“.
Es waren im Frühjahr Schüler des Kurses Politische Bildung der 11. Klasse, die dieses Projekt in Angriff genommen hatten. Der Wettbewerb gehört zum Programm „Globale Entwicklung in deutschen Bildungssystemen“ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bei der Abstimmung bislang unter den ersten Drei

„Aktuell sind wir unter den ersten Drei. Das sehen wir anhand von bestimmten Auswahlorten. Wir haben realistische Chancen, das Voting zu gewinnen“, erklärt Tim Schreiber, einer der jetzt fünf Zwölftklässler, der mit Hilfe von PB-Lehrer Christian Prengemann den Song produziert hat. Die weiteren Autoren sind Cheyenne Machel, Luisa Franke, Marie Kliesch und Florian Scheller, die ebenfalls die 12. Klasse besuchen.
Der Voting-Sieger erhält eine professionelle Schulung und der von der Jury bestimmte Sieger 3000 Euro. Das sind natürlich verlockende Aussichten und daher rufen die Schüler noch einmal auf, bis Sonntag Abend für sie online abzustimmen.

Die beiden Jungs haben mit Musik bereits Erfahrung

„Wir hatten von diesem Umweltwettbewerb erfahren und nach Themen gesucht“, erklärt Tim Schreiber, der für Song und Video auch sein Equipment zur Verfügung stellte. Er und auch Florian Scheller hatten mit Musik bereits einschlägige Erfahrung, auch ihre berufliche Ausrichtung soll einmal in diese Richtung gehen. Für die Mädchen indes ist es mehr oder weniger eine neue Erfahrung, die sie nach dem Erfolg nunmehr auch nicht missen möchten.
Der online herunterladbare Song-Test überrascht Außenstehende mit seiner Weitsicht und Themenvielfalt.

Schüler standen unter Zeitdruck

Cheyenne Machel: „Es war nach der Lockerung der Corona-Bestimmungen, als wir wieder in die Schule konnten. Wir haben im PW-Unterricht in einer Extra-Runde zusammengesessen und nach Themen gesucht. Wir standen wegen der Zeit ziemlich unter Druck. Erst in der zweiten Woche konnten wir so richtig loslegen. Dann waren wir auch auf der Insel wegen der grünen Kulisse und haben an der Skaterbahn das Video gedreht.“
Selbst in den T-Shirts steckt viel Kreativität, die sich die Schüler dafür mit Schablone und goldener Sprühfarbe laut Florian Scheller selbst gefertigt hatten. „Zum Schneiden des Videos waren zu Hause einige Zusatzstunden notwendig, doch wenn wir so etwas wollen, dann ist das auch nötig“, ergänzt er.

Mittelweg zwischen eigenen und globalen Problemen

Laut Tom Schreiber sei im Song-Text versucht worden, einen Mittelweg zu finden zwischen persönlich gehaltenen Themen Jugendlicher und globalen Problemen. Schulleiterin Ute Tupy findet die Mischung im Songtest sehr gelungen. Wobei wegen der vorgegebenen Länge von 3:20 bis 3:40 Minuten die Schüler im offiziellen Song auf eine der vier ursprünglichen Strophen verzichten mussten. Auch schon so läuft der Song über 3:28 Minuten, der Video-Trailer ist etwas kürzer.
„Anfangs lief das Ganze etwas schwer an, war jedoch insgesamt okay. Dass sich die Resonanz dann so krass entwickelt, damit hatten wir nicht gerechnet. Erst durch das positive Feedback haben wir realisiert, was wir geschafft haben“, freut sich Marie Kliesch. Auch auf dem Schulhof war und ist der Song Gesprächs-Thema.

Auftritt beim Street-Musik-Festival geplant

Bislang war das Schüler-Quintett mit seinem Lehrer Christian Prengemann von der Polizeigewerkschaft und der Band Steelbruch mit seinem internationalen Netzwerk unterstützt worden. Die Axel-Titzki-Stiftung bietet einen Auftritt im Rahmen des Street-Musik-Festivals am 25. September an, am 11. September im Rahmen des EWG-Autokino soll der Song ebenfalls vorgestellt werden.
Dieser Song soll keine Eintagesfliege bleiben. Laut Christian Prengemann wird sich die Gesamtschule 3 um Ausstattung kümmern, damit in einem Jahr eine ganze CD mit ähnlichen Songs der Schüler produziert werden könne.