Der stählerne Feuerkorb vor dem Reisebüro Menzer ist ein echter Hingucker. Die Flammen, die in ihm lodern, bringen das Logo der SG Dynamo Dresden zum Leuchten. Weithin sichtbar in der Abenddämmerung. Und sie erwärmen damit auch ein bisschen das Herz jedes Fans der Dresdner Dynamos, die am Sonnabend mal wieder verloren haben, ihr Heimspiel gegen Holstein Kiel, und in der 2. Fußball-Bundesliga die Rote Laterne ihr eigen nennen.
"Ach, die Hoffnung stirbt zuletzt", sagt Jan Groß. Er ist bekennender Dynamo-Fan, und er hat den Feuerkorb vor dem Reisebüro aufgestellt. Seinen eigenen Feuerkorb. "Den hat ein Kumpel aus Sachsen für mich gemacht", sagt er, "der wohnt in der Nähe von Riesa." Genaueres will er aber nicht verraten.
Kinder spenden ihr Spielzeug
Mit dem wärmenden Dynamo-Dresden-Feuer unterstützt Jan Groß beim Lichterfest in der Lindenallee seine Frau Susann Menzer, Inhaberin des Reisebüros Menzer. Sie backt zusammen mit einigen Kolleginnen Waffeln. Mit Waffeleisen. Und zwar im Akkord. "Wir backen bei jedem Fest Waffeln", erzählt sie, "und die Zahl unserer Waffeleisen steigt fast von Jahr zu Jahr." Diesmal sind es vier Waffeleisen, aus denen es dampft und in denen rechteckige und herzförmige Leckereien entstehen. Das Rezept für den Teig hat Susann Menzer von wem? Richtig, von der Oma.
Hunderte Menschen spazieren am Sonnabend durch die sonst um diese Zeit eher menschenleere Lindenallee. Vor fast allen Läden wird gebastelt, gebrutzelt, gekocht oder musiziert. Vor dem Fotoatelier Kucklick & Rothe spielen die Turmbläser gerade "Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit". Hinter ihnen bieten Dina Wegner und ihre Tochter Naya an einem Flohmarktstand Spielzeug an. Naya und andere Kinder haben die Sachen aussortiert. "Den Erlös spenden wir dem Hort der Grundschule in Schönfließ", erklärt Dina Wegner. Dasselbe gelte für die Spenden, die nebenan beim Verkauf von Weihnachtsdeko eingenommen werden.
"Es gibt Besucher, die kommen jedes Jahr gleich mit großen Tüten und kaufen hübsche Weihnachtsdeko", erzählt Andrea Rothe. Das Lichterfest sei eine schöne Veranstaltung, ein schöner Start in den Advent, betont sie. Und wie zum Beweis erklingt plötzlich das schöne Lied "Lasst uns froh und munter sein": Eine Gruppe Jugendlicher singt spontan Weihnachtslieder, mit Unterstützung aus einem Smartphone. Und sammelt ein bisschen Taschengeld. "Das ist doch toll, oder?", freut sich Andrea Rothe.
Höhepunkt des Lichterfestes ist am Abend der Lampionumzug, der vom EKO-Spielmannszug angeführt wird. Und danach ziehen viele Besucher weiter zum Gewi-Handwerkermarkt.