Frau Schmöche, im nächsten Jahr steht in der Goethe-Grundschule ein großes Jubiläum an. Welches ist das?
Wir feiern 150 Jahre gelbes Lernhaus in der Gubener Straße 4.
Wurde das Lernhaus tatsächlich schon vor 150 Jahren als Bildungseinrichtung genutzt?
Ja, am 10. Juni 1870, ab 10 Uhr, wurde das Schulhaus durch Spendengelder errichtet. In dieser Zeit wuchs die Bevölkerung, und mit ihr die Anzahl der Kinder. In der Fürstenberger Glashütte wurden viele tschechische und slowakische Arbeiter angestellt, sodass viele Kinder beschult werden mussten.
Und Sie wollen nun eine Jubiläumszeitung herausgeben und suchen dafür Zeitzeugen?
Ja, wir sind zurzeit in der Erarbeitung und freuen uns über viele Informationen über unsere Schule. Unsere FSJ-lerin Frau Langanki wird die Redaktion übernehmen. Es soll ein Rückblick von 1870 bis jetzt werden.
Gibt es bereits Zeitzeugen, mit denen Sie Kontakt aufgenommen haben?
Es ist sehr schwer an Materialien zu kommen! Wir haben bereits vielfältig Kontakt aufgenommen: mit dem dem Museum, mit Fürstenbergern, mit Großeltern, dem Historiker Herrn Fromm, mit Dr. Wolff vom Amtsgericht, mit Schulnachbarn und mit Herrn Opitz von der Bürgervereinigung. Eine sehr gute Grundlage war die Diplomarbeit von Kerstin Minkwitz.
Welche Geschichte hat Sie bislang am meisten überrascht?
1872 mussten Notklassen eingerichtet werden, da eine 10. Lehrerstelle nicht bewilligt wurde. Alle Klassen hatten nur 12 bis 16 Stunden. 1883 wurden 599 Kinder von zehn Lehrern unterrichtet. Wie das geschah, ist mir ein Rätsel.  Zu dieser Zeit wurde schon sehr viel Wert auf den Sportunterricht gelegt: vier Stunden Sport wöchentlich. Also war die Goethe-Schule schon damals eine bewegungsfreudige Schule!
Was genau wünschen Sie sich von den Zeitzeugen?
Fotos, kleine Geschichten, Informationen, vielleicht noch Hefte, Bücher oder ähnliche Dinge.
Gibt es eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, an die man sich wenden kann?
Ja, die Nummer lautet 03364.2435 und unsere E-Mail-Adresse: grundschule6_ehst@gmx.de