„Pohlitz – Flugunfall, Alarm für alle Einheiten“, lautet um 7 Uhr in der Früh der Ruf für die zwölf Ortsfeuerwehren des Amtes Schlaubetal. „Mit nur einer Rufadresse – diese kann man mit einer Telefonnummer vergleichen – können binnen Sekunden alle Einsatzkräfte des Amtes auf ihren Meldeempfängern erreicht und in Alarm versetzt werden. Diese Meldeempfänger tragen die Kameradinnen und Kameraden ständig bei sich, um stets erreichbar zu sein und Hilfe leisten zu können, wenn jemand die 112 gewählt hat“, erläutert Christian Weiß. Er muss es wissen: Als Amtswehrführer des Amtes Schlaubetal hat er diesen Alarmruf bei der zuständigen Leitstelle in Frankfurt (Oder) angefordert.
Einen tatsächlichen Unfall mit einem Flugzeug gibt es an diesem Tag zum Glück nicht. „Aber darauf vorbereiten müssen wir uns doch. Immerhin dürfen auf dem Verkehrslandeplatz in Pohlitz allerlei Arten von Fluggeräten bis zu einer Abflugmasse von 8 Tonnen starten und landen. Deshalb steht die diesjährige Vollübung auch unter dieser Überschrift“, führt der Feuerwehrchef weiter aus.

Flugzeug ist in den Wald gestürzt

Im sogenannten Bereitstellungsraum eingetroffen, werden die Einheiten auf ihre Aufgabe vorbereitet. Einsatzleiter Marcel Lehmann, Ortswehrführer in Rießen und zugleich stellvertretender Amtswehrführer, übernimmt die Einsatzleitung und erläutert das Geschehen. „Ein Kleinflugzeug mit Triebwerksausfall versuchte hier in Pohlitz eine Notlandung. Der Anflug erfolgte zu hoch und die Maschine stürzte hinter der Landebahn in den Wald ab. Die Maschine fing Feuer und setzte den Wald in Brand. Wir haben es hier mit einer Munitionsverdachtsfläche zu tun. Ein Löschen ist nur von den befahrbaren Wegen aus möglich. Wir müssen den Brand eindämmen und ein Übergreifen auf den Verkehrslandeplatz sowie auf besiedelte Gebiete verhindern!“
Sofort werden die Fahrzeuge aufgeteilt und zwei Einsatzabschnitten zugeteilt. Der eine Teil der Feuerwehrleute muss die Versorgung mit Löschwasser aus dem Oder-Spree-Kanal sicherstellen. Etliche Hundert Meter Wegstrecke müssen dabei überwunden werden. Die anderen Einheiten nehmen die eigentliche Brandbekämpfung vor. Erstmals kommen dabei die beiden in diesem Jahr neu beschafften Faltbehälter zum Einsatz. Diese können jeweils 10.000 Liter Wasser fassen und stellen damit einen sicheren Puffer dar, auch wenn eine Pumpe oder Schlauchleitung mal kurzzeitig ausfallen sollte.
Nach dem Abschluss der Übung, die vom Landesbranddirektor, vom stellvertretenden Kreisbrandmeister des Landkreises Oder-Spree und weiteren Fachleuten beobachtet wurde, und einem gemeinsamen Mittagessen wird der Einsatz ausgewertet. „Ich fühle mich als Einwohner des Amtes Schlaubetal nach dem heutigen Tag noch sicherer. Es ist eine schlagkräftigen Truppe, die ich hier heute beobachten durfte“, lobt Landesbranddirektor Heinz Rudolph.

Mobile Tanks fassen 10.000 Liter Wasser

Amtsdirektor Mario Quast, erst seit wenigen Wochen im Amt, nutzt die Gelegenheit, sich die Fähigkeiten der Amtswehr anzusehen und erläutern zu lassen. Er dankt den etwa 90 anwesenden Kameradinnen und Kameraden für deren Einsatzbereitschaft. Für das Jahr 2021 hat er sich bereits für ein Seminar für Hauptverwaltungsbeamte an der Landesfeuerwehrschule angemeldet, um seine Kenntnisse in diesem Aufgabenbereich noch weiter zu vertiefen. Amtsdirektor und Amtswehrführer danken allen Akteuren, die an der Vorbereitung und der Durchführung dieser Übung beteiligt waren.
Um 15 Uhr sind alle Einheiten wieder an ihren Standorten und melden „Status 2“ – was so viel bedeutet wie: „Wieder auf Wache und bereit zur Übernahme neuer Einsätze.“