Einwohner des Landkreises Oder-Spree müssen sich noch etwas gedulden, bevor sie eine Impfung gegen das Corona-Virus in Anspruch nehmen können. „Der Landkreis Oder-Spree wird über die Impfzentren in Schönefeld, das am 11. Januar eröffnet und Frankfurt, das am 18. Januar eröffnet, versorgt“, sagt Christian Wehry, Pressesprecher des Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg KVBB). Diese Eröffnung ist vor allem auch für die Pflegeeinrichtungen im Landkreis wichtig. „Mit Eröffnung der beiden Impfzentren können auch die mobilen Impfteams den Landkreis Oder-Spree bedienen. Da es in diesem Landkreis kein Impfzentrum gibt, fahren die mobilen Impfteams aus Schönefeld und Frankfurt in den Landkreis Oder-Spree“, erklärt Marie-Christin Lux, Pressesprecherin des DRK-Brandenburg. Pro Impfzentrum werde es drei mobile Teams geben, die in die Pflegeeinrichtungen fahren.

Hausärzte sollten mit eingebunden werden

„Generell besteht ein Impfteam immer aus einem Rettungssanitäter/ einer Rettungssanitäterin, den das DRK oder eine andere Brandenburger Hilfsorganisation stellt“, erklärt die Pressesprecherin. „Dieser bringt den Impfstoff und das notwendige Impfmaterial am Impftag vom Impfzentrum in die Pflegeeinrichtung. Vor Ort unterstützt er außerdem die Dokumentation der Impfungen und sorgt für die sanitätsdienstliche Absicherung.“
Außerdem gehört zum Impfteam ein Arzt bzw. eine Ärztin und eine medizinische Fachangestellte. „Diese können bei Bedarf auch aus dem Impfzentrum für die Impfungen in die Einrichtungen kommen“, sagt Marie-Christin Lux, ergänzt aber: „Wir empfehlen den Einrichtungen jedoch, die Impfungen gemeinsam mit den Hausärzten durchzuführen, die auch regulär die Einrichtung und die dort lebenden Menschen betreuen.“ Die Hausärzte würden die Bewohnerinnen und Bewohner kennen, kennen auch deren Krankengeschichte. „Gleichzeitig haben sie bereits ein Vertrauensverhältnis mit den Bewohnern, sodass die Impfung für diese angenehmer gestaltet werden kann“, so die Pressesprecherin.

Pflegeeinrichtung können Termine online buchen

Nach Angaben des DRK können die Pflegeeinrichtungen die Impftermine selber wählen. Marie-Christin Lux verweist auf das Online-Terminbuchungssystem für Pflegeeinrichtungen, das zu Beginn des Jahres startet. Dort können die Einrichtungen ihren Erst- und Zweittermin auswählen. Die Pressesprecherin weist aber darauf hin: „Termine in den jeweiligen Landkreisen können aber erst nach Eröffnung der dortigen Impfzentren gebucht werden.“
Das DRK bittet darum, dass die Einrichtungen bereits vor der Buchung der Impftermine mit ihren Bewohnenden und Mitarbeitenden gesprochen und alle notwendigen Unterlagen zur Impfeinwilligung eingeholt haben. „Auch mit den dort tätigen Hausärzten sollte frühzeitig gesprochen werden, damit diese nach Möglichkeit die Impfungen vornehmen können“, empfiehlt Marie-Christin Lux.

Callcenter startet am 4. Januar

Wer nicht über die mobilen Teams versorgt wird, kann ab dem 4. Januar telefonisch einen Termin vereinbaren. Dann startet im Auftrag der KVBB ein Callcenter. Unter der zentralen Telefonnummer 116 117 gelangt man zur Brandenburger Terminvergabe. Allerdings: „Es können anfangs nur Termine an Impfberechtigte vergeben werden“, heißt es auf der zentralen Homepage www.brandenburg-impft.de. Das trifft unter anderem auf Personen zu, die 80 Jahre alt und älter sind. Am Telefon wird die Impfberechtigung abgefragt und neben einem Termin auch das Impfzentrum, in dem die Impfung stattfinden soll, vereinbart.
Derweil werden ab dem 12. Januar die Mitarbeiter des städtischen Krankenhauses in Eisenhüttenstadt geimpft, sofern sie das wollen. Insgesamt werde es drei Impftermine geben, im Abstand von drei Wochen, sagt Till Frohne, Geschäftsführer des Krankenhauses. Die Impfung muss ja nach einer gewissen Zeit wiederholt werden. Das Krankenhaus nimmt die Impfungen mit eigenem Personal vor.
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Wer zunächst den Corona-Schutz erhält


Zu Beginn stehen nur begrenzte Impfstoffmengen zur Verfügung. Daher können nicht alle Menschen direkt Termine vereinbaren und geimpft werden. In der Impfverordnung hat das Bundesgesundheitsministerium festgelegt, wer zuerst geimpft wird. Höchste Priorität haben demnach folgende Personen

  • Personen im Alter von 80 Jahren und älter
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie das dortige Personal
  • Personal in der ambulanten Altenpflege
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko zum Beispiel bei Rettungsdiensten, in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patientinnen und –Patienten, als Leistungserbringer in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung sowie in den Corona-Impfzentren
  • Personal, das in medizinischen Einrichtungen regelmäßigen Personen behandelt, betreut oder pflegt, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin

Nur diese Personengruppen können ab dem 4. Januar telefonisch unter der Nummer 116117 einen Termin vereinbaren. Sobald weitere Personengruppen Impftermine vereinbaren können, wird darüber informiert.