Als wäre es geplant gewesen: Kaum war das Finale des diesjährigen Stadtfestes vorüber, schickte Petrus gegen 22 Uhr nach den heißen Partynächten nasse Abkühlung von oben. Schon während der großen Abschluss-Show am Sonntag fielen vereinzelte Regentropfen vom Himmel - dadurch wirkte der Laserlicht-Teppich, der sich zeitweilig über die Besucher vor der Hauptbühne legte, noch magischer. Wie schon im Vorjahr hatte sich die Veranstaltungsagentur Compact-Team eine extra auf Eisenhüttenstadt zugeschnittene Abschlussveranstaltung einfallen lassen - mit einem fiktiven Erzähler, der das Wir-Gefühl der Eisenhüttenstädter beschwor und ihnen fast schon predigend beibrachte, dass sie stolz auf sich und ihre Stadt sein können. Kein Wunder, dass die Show den Namen "Und Hütte im Herzen - gemeinsam" - Teil 2 trug.
ArcelorMittal Eisenhüttenstadt, der EFC Stahl, das Friedrich-Wolf-Theater - all das fand sich wieder. Und noch viel mehr. Beim Finale kamen auch Vereine aus der Stadt zum Zug. Fire & Flame, eine Seniorentanzgruppe sowie die Dirt-Biker vom Club Marchwitza standen im Rampenlicht. "Das fand ich besonders schön", erklärte Heike Eipert. "Im vergangenen Jahr war die Show zwar noch emotionaler, aber uns hat es trotzdem richtig gut gefallen." Auch bekannte Namen fehlten nicht. So traten neben dem Eisenhüttenstädter Rad-Star Roger Kluge auch Frank Schöbel und dessen Tochter Dominique auf. Diesmal spielte der Ton mit. Im Schöbel-Konzert kurz vorher gab es da Probleme. Der Schluss nach gut 30 Minuten kam für viele überraschend. "Wir halten das Ende offen für einen möglicherweise 3. Teil", sagte Melanie Küster von der Veranstaltungsagentur Compact-Team gestern.
Insgesamt sei man mit dem Verlauf des Stadtfestes jedenfalls sehr zufrieden. Die Umgestaltung des Festareals habe sich bezahlt gemacht. Vor allem das Riesenrad holte die Lindenallee aus dem Schattendasein. Dass Besucher der Hauptbühne bei Konzerten teilweise Musik von Fahrgeschäften und vom Kunstbrunnen als störend empfanden, ist notiert und soll bei einem möglichen nächsten Mal besser werden. Auch die Kritik einiger Vereine bezüglich der Sportmeile, die hinter den Fahrgeschäften etwas versteckt lag, ist bei der Agentur angekommen. "Aber das ist ausbaufähig", versprach Melanie Küster. Generell sei das Feedback der Teilnehmer jedoch gut gewesen. Sehr gut funktioniert habe das "Volle Hütte"-Festival am Sonnabend. "Viele Leute haben etwas gebraucht, bis ihnen klar wurde, dass das kein normales Konzert ist, aber dann haben sie richtig mitgetanzt und das war uns wichtig." (Seite 16)