Die Kosten, die Mieter in Eisenhüttenstadt für Fernwärme, Erdgas, Strom Abwasser und Müll zu zahlen haben, liegen in den meisten Fällen unter dem Landesdurchschnitt. Das ergibt die Preisdatenbank des Verband Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU), die jüngst veröffentlicht wurde.
In einem Bereich fällt Eisenhüttenstadt beim Landesvergleich für Kosten bei Energie, Wasser und Müllentsorgung aus dem Rahmen. Die Preisdatenbank des Verbandes Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) vermerkt für die Stahlstadt eine Steigerung des Gaspreises um 15 Prozent. Bestätigen und beurteilen können das die beiden Wohnungsunternehmen in Eisenhüttenstadt, die Gebäudewirtschaft (Gewi) und die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) nur teilweise. Die Gewi, so Geschäftsführer Oliver Funke, bezieht ihr Gas von den Stadtwerken, die bei der Preisermittlung des BBU nicht berücksichtigt wurden. Verena Rühr-Bach, Vorstandsvorsitzende der EWG, erklärt, dass sie diese Preissteigerung nicht beurteilen könne. „Die EWG wird nicht durch die Stadtwerke mit Erdgas versorgt, sondern von der EWE. Und zwar handelt es sich um den 5. WK.“ Vor einigen Jahren sei bewusst ein anderer Anbieter gewählt worden, da die angebotenen Gaspreise der Stadtwerke nicht akzeptabel gewesen seien. Die Vorstandsvorsitzende weist darauf hin, dass der 5. WK nach wie vor ein Quartier mit den niedrigsten Heizkosten und -verbräuchen sei.
Sowohl die EWG als auch die Gewi liefern dem Wohnungsunternehmerverband Daten. Der hat es sich zum Ziel gesetzt, bei den betriebskostenrelevanten Ver- und Entsorgungsdienstleistungen mehr Transparenz herzustellen. Zumal die Betriebskosten bei der Miete eine immer größere Rolle spielen, inzwischen auch schon als zweite Miete bezeichnet werden.
Allerdings ist ein Vergleich nicht ganz einfach. „Wir haben unterschiedliche Tarife in den bestehenden Verträgen“, sagt Oliver Funke. „Es besteht jedoch das Ziel, die Vertragssituation zu vereinheitlichen.“ Gibt es schon Unterschiede in einem Unternehmen, so gilt dies erst recht auf das Land bezogen. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, behilft sich der BBU damit, dass für die Ermittlung der durchschnittlichen Kosten ein Modellhaushalt zugrunde gelegt wird. Die Preise, die in der Tabelle aufgeführt sind, gelten für ein Modell-Mehrfamilienhaus mit als 30 Wohnungen.
Verena Rühr-Bach verdeutlicht, dass die Daten ein durchschnittliches Bild wiedergeben. Bei der EWG zum Beispiel sieht es schon anders aus: „Der Fernwärmepreis ist bei uns deckungsgleich, der Preis für Erdgas liegt bei uns etwas niedriger, der Preis für Strom und Trink- und Abwasser liegt bei uns deutlich niedriger.“
Dass die Betriebskosten eher steigen als zurückgehen, bestätigen EWG und Gewi. Als Beispiel nennt Oliver Funke das Erdgas, das im Vergleich zu 2010 in diesem Jahr um 11 Prozent nach oben gegangen ist. „Die Betriebs- und Heizkosten, was den Preis pro Einheit betrifft, werden sicherlich nicht sinken“, schätztVerena Rühr-Bach ein. „Nur über Einsparungen an Betriebskosten können wir den Preiserhöhungen begegnen“, sagt sie. Nicht zuletzt deshalb werden Gebäude auch saniert und modernisiert.
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