„Das war eine liebe, nette und lebhafte Schülerin“, erinnert sich Anneliese Krüger, die Claudia Beitsch vor 20 Jahren an der Grundschule in Fünfeichen unterrichtet hat. „Und sie erzählte schon damals gern und viel.“ Zu erzählen hatte die nun 31-Jährige, die mittlerweile in Bayern lebt, auch beim Neujahrsempfang im Feuerwehrgeräte in Pohlitz jede Menge – beim ersten Heimaturlaub nach dem Abenteuer Südpol im Dezember. Dort war sie mit drei weiteren Deutschen in einem Wettlauf gegen vier Österreicher angetreten. Wer gesiegt hat, bleibt ein Geheimnis – jedenfalls bis die Expedition Anfang März im ZDF ausgestrahlt wird. Claudia sagt nur keck: „Es hat jemand gewonnen, der Rot in der Flagge hat.“
Wie eine Siegerin wurde sie in Pohlitz auf jeden Fall gefeiert, nachdem sie mit einem Hundeschlitten-Gefährt am Feuerwehrgerätehaus angekommen war. Von Schlaubetals Amtsdirektorin Ilka Matuschke gab es sogar ein Präsent. Sie überreichte der jungen Frau einen Wanderstock vom Fremdenverkehrsverein Schlaubetal, den nur besonders engagierte Leute geschenkt bekommen, wie die Amtsdirektorin betonte. „Mit so einem Empfang habe ich nicht gerechnet“, staunte Claudia Beitsch beim Blick in die Runde. Familie, Freunde, ehemalige Lehrer, Bekannte – etliche applaudierten für ihre „Heldin“, sogar das Fernsehen war vor Ort. Mittags wurde sie bereits in der Grundschule Fünfeichen wie ein Superstar gefeiert. Die Kinder fragten ihr Löcher in den Bauch.
Sieben Kilo hat sie bei dem Marsch zum südlichsten Punkt der Erde verloren, berichtet Claudia. Die Strapazen seien vor allem zu Beginn groß gewesen, als der Schlitten mit den wichtigsten Utensilien zum Überleben noch so schwer war. „Da habe ich auch mal ans Aufhören gedacht“, gibt sie zu. Am Ende war der Siegeswille aber größer. Und einen Monat später sagt sie: „Ich würde auf jeden Fall noch einmal zum Südpol laufen.“ Hermann Krüger aus Schernsdorf findet diese Abenteuerlust toll. „Super, dass sich eine so junge Frau so tapfer durch die Kälte kämpft“, sagt der 78-Jährige. Auch Claudias Freund Jörg Engler ist mächtig stolz auf seine Südpol-Eroberin aus Pohlitz. Wirklich Sorgen habe er sich zwar nie gemacht, „aber als ich dann im Januar endlich wieder ihre Stimme gehört habe, das war schon genial“, so der Rosenheimer. Den Ersten, den die einzige Frau im deutschen Team nach der Zielankunft aber telefonisch erreicht hatte, das war der Papa. Und als sie die vertraute Stimme nach den Tagen in der eisigen Kälte hörte, „da sind vor Freude die Tränen geflossen“. An diesem Wochenende wird Claudia Beitsch wohl nur lachen – beim Zampern. Da ist sie wie immer dabei.