Wenn Lenny, Leo und Moritz Broduhn heute wieder zum Unterricht gehen, dann werden sie ihrer Lehrerin einiges zu erklären haben. Die Mixdorfer Drillinge sind nämlich beim Festumzug auf dem Festwagen, der an die Gründung der Mixdorfer Schule im Jahr 1820 erinnerte, mitgefahren. Und dort hat Schulmeister Christian Gottlob Lange ihnen beigebracht, wie das Rechnen wirklich funktioniert. 6+5+0, lautete die Aufgabe. Und einer der drei Achtjährigen kam schließlich auf die einzig richtige Lösung: 650. „Heute ist 6+5+0 650 und nicht 11“, schärfte der Lehrer seinen kleinen Schülern mit strengem Blick ein. „Denn wir sind in Mixdorf, und da wird heute anders gerechnet.“
650 Jahre Mixdorf - Das Fest

Bildergalerie 650 Jahre Mixdorf - Das Fest

Er war mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet worden, der Wagen zum Thema Schule. Und das mit der Liebe gilt nicht nur für diesen, sondern für alle Festwagen und Requisiten, besonders auch für die Kostüme im Historischen Festumzug. Dafür gab es auch immer wieder viel Applaus vom Straßenrand. Und auch die Urkunde mit der Ersterwähnung Mixdorfs fehlte nicht – Rolf Sperling trug sie als extra große Fotokopie vor dem Bauch. Die Vorbereitungsgruppe Festumzug habe die Kopie im Brandenburger Landesarchiv besorgt, erzählte er. „Sie ist heute zum ersten Mal zu sehen“, betonte er.
Mehr als eine Stunde lang war der Festumzug in Mixdorf unterwegs. Beim Zieleinlauf, auf dem Festplatz, erläuterten die Mixdorferin Annett Hamann und RBB-Wetterfee Joanna Jambor gemeinsam die einzelnen Bilder. „Der Umzug war super“, lobte Bürgermeisterin Marlies Janisch. „Zwei Jahre lang haben unsere Mixdorfer den Umzug vorbereitet, das hat sich wirklich gelohnt.“ Sie freute sich vor allem auch darüber, dass „so viele Menschen auch aus anderen Orten bis hin nach Berlin zum Feiern nach Mixdorf gekommen sind. Auch viele ehemalige Mixdorfer habe ich getroffen.“
Ein erster kultureller Höhepunkt war am Freitagabend das Konzert der Musikschule Beeskow – im übervollen Festzelt, das gar nicht alle Gäste aufnehmen konnte. Auch am Sonnabend und Sonntag gab es viel Kultur – von Blasmusik und Schlager über Vorführungen des Mixdorfer Schlaubegetümmels und Samels Tiershow mit einer Schlange zum Anfassen bis hin zum Tanzabend und einer Licht- und Feuershow. Die Handwerkerstraße hielt viele Angebote überwiegend aus der Region bereit. Und die Festschrift und das extra gebraute Festbier von Landskron gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln.
Es war wirklich sehr beeindruckend, was die Mixdorfer da zum Jubiläum auf die Beine gestellt haben. Fazit ihrer Bürgermeisterin: „Das war ein sehr schönes Fest.“ Das kann man getrost ganz, ganz dick unterstreichen.