"Mir hat's richtig gut gefallen." Mit breitem Grinsen verlässt Maik wie so viele Kinder am Sonntagabend das Friedrich-Wolf-Theater. Der Neunjährige ist mit seiner Familie aus Frankfurt gekommen, um Snowy live zu erleben. Und das ist an diesem Abend sogar hautnah möglich, denn der Schneemann und alle seine Freunde verteilen danach noch gelassen Autogramme und schütteln Hände. "Ich will zu Snowy", ruft die fünfjährige Stella Joline aus Neuzelle, als sie das weiße Pummelchen entdeckt hat. Dabei gehört ihr Herz vor allem Snowys Freund Peter, der ist im wahren Leben nämlich ihr Bruder und wird an diesem Abend gespielt von Justin Laubsch. Und er ist es auch, der am Ende das Indianer-Amulett um den Hals zu hängen hat, um das sich vorher Snowy und der Schamane Iro Käse gestritten haben.
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Ja, richtig gehört, Schamane. Snowy trifft diesmal nämlich auf einen Indianerstamm, der jahrelang in einer alten Kiste eingesperrt war. Und er verguckt sich in ein Indianermädchen, dessen Name leider verloren gegangen ist. Die Suche kann beginnen - und natürlich treten der Schneemann und der Weihnachtsmann dabei in etliche Fettnäpfchen. Turbulent geht es auch schon los, da rast der Weihnachtsmann (wunderbar gespielt von Winfried Winnat) mit seinem Schlitten nämlich geradewegs ins frisch sanierte Rathaus. Oh weh. Da sind ihm wohl die Rentiere mit - man höre und staune - extra Abgasfilter durchgegangen. Immer wieder gibt es kleine Spitzen, die vor allem die erwachsenen Besucher zum Schmunzeln bringen. Und wenn es eben nur der Versprecher EKOianer für Indianer ist.
Das überhören die Kleinsten, zu lachen haben sie aber dennoch genug: Mal pupsen die Rentiere den Schamanen in die Bewusstlosigkeit, mal macht Snowy Yoga oder stolpert tollpatschig über die Bühne. Marcel Schnieber glänzt auch in diesem Jahr wieder in der Rolle des Schneemanns. Bei allem, was er sagt, hängen die Besucher an seinen Lippen. Und Kinder, die das Glück haben, in der ersten Reihe zu sitzen, klatscht der weiße Riese sogar ab. Da ist jeder Erwachsene dazwischen eigentlich einer zu viel.
Aber noch eine Darstellerin sticht an diesem Tag heraus: Vivian Köhler, die den Schamanen spielt, und zwar so überzeugend, dass manch Kind sich tatsächlich fürchtet, vor dem fiesen Kerl, der Snowy, den Weihnachtsmann und damit Weihnachten bedroht. Doch später beim Autogramme-Schreiben ist die anfängliche Angst schnell vergessen.
"Es war super", findet Erika Klöhn. Die 80-Jährige ist von allem angetan - von den Tänzern von Fire & Flame, von den ganzen Darstellern, der Musik und der Geschichte. Schade ist nur, dass lediglich Komponist und Texter Axel Titzki, ein Snowy-Mann der ersten Stunde, von der Bürgermeisterin ein Geschenk zum 20. Geburtstag des Musicals erhält. Verdient hätten es alle, die auf der Bühne standen und noch neunmal stehen werden.
Vorstellungen: 17./18./22./23.12., 16 Uhr, sowie 6./7./20./21.12., 9.30 Uhr, Kartentel. 03364 413690