Es ging nicht nur um kleine Probleme wie fehlende Papierkörbe und kaputte Gehwege, sondern auch um das große Ganze, die weitere Entwicklung der Stadt. Bei der Einwohnerversammlung, zu der am Mittwochabend Bürgermeister Frank Balzer eingeladen hatte, wurde eine breite Themenpalette angesprochen.

Bessere Öffentlichkeitsarbeit

Und bei denen, die da waren, gab es ein großes Interesse nach Informationen. Wolf-Rüdiger Kriebel regte an, die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt besser zu gestalten, gerade im Hinblick auf Zukunftsprojekte. Von denen war an diesem Abend auch die Rede, zum Beispiel von den Plänen, die Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe auszubauen.Von Seiten des Wirtschaftsministeriums habe man zumindest verbal Unterstützung zugesagt bekommen, sagte Frank Balzer. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie erstellt, die durch das Land finanziert wird. Ein Spendenaufruf im Rahmen des Neujahrsempfangs zugunsten des Trägervereins der Einrichtung habe inzwischen 12 000 Euro erbracht. Unter anderem wurden dafür Null-Euro-Scheine verkauft.

Flächen für eine Erweiterung sind vorhanden

Klaus Rothe regte an, in der Verwaltung einen Verantwortlichen für das Projekt zu benennen, der in regelmäßigen Abständen auch öffentlich über den Stand des Projektes berichtet. Zumindest eine Sorge von Klaus Rothe konnte zerstreut werden. Er zeigte sich irritiert, dass die Abrissfläche in der Semmelweisstraße, also in direkter Nachbarschaft der Schule, für die Eigenheimbebauung vorbereitet werden soll. „Das konterkariert doch die Erweiterungsmöglichkeiten der Schule. Wenn die Studierendenzahlen von 400 auf vielleicht 1000 steigen, dann braucht man zusätzliche Gebäude, eine erhebliche Erweiterung wird benötigt.“ Man habe das sehr wohl im Blick, sagte Michael Reh, Bereichsleiter Stadtentwicklung. Es gebe andere Überlegungen und Flächen im Bereich der Robert-Koch-Straße.

Im Windschatten anderer Großprojekte

Allerdings, und auch das wurde an diesem Abend deutlich, befindet sich Eisenhüttenstadt derzeit im Windschatten anderer großer Projekte im Land, auf denen der Fokus der Landesregierung liegt. Das gilt natürlich für die Ansiedlung des Autobauers Tesla in Grünheide. Auch davon war an diesem Abend die Rede. „Wir haben uns massiv angeboten. Ich habe mindestens zehn Briefe an Ministerien geschrieben, was wir hier für Vorzüge haben“, erklärte Frank Balzer. Er nannte zum Beispiel freie Wohnungen, in die Mitarbeiter von Tesla ziehen könnten. „Wir haben unsere Angebote gemacht, auch in Richtung Zulieferer“, ergänzte Balzer. Aber die Landesregierung sehe erst mal den Schwerpunkt im Umkreis von Grünheide. Es gebe den Flaschenhals im Wirtschaftsministerioum, wo alles in Richtung Tesla kanalisiert würde.

Tourismus als Wirtschaftszweig

Karl Döring und Klaus Rothe sprachen darüber hinaus ein Entwicklungspotenzial an, das aus ihrer Sicht noch längst nichts ausgeschöpft ist, den Tourismus. „Ich vermisse ein Gesamttouristikkonzept der Stadt. Wir haben Potenzial, dass man den Tourismus zu einem Wirtschaftszweig macht“, erklärte Klaus Rothe. Auch Karl Döring sieht im Tourismus einen Wirtschaftszweig und forderte: Es sei ein Sprung nötig vom kleinen Brötchen backen zu einer Wirtschaftskonzeption für den Tourismus. Michael Reh erklärte, dass es eine beschlossene Tourismuskonzeption für die Stadt gebe, die aus seiner Sicht auch Wirkung zeigt. So habe sich der Rad- und Wassertourismus in der Stadt gut entwickelt. Er gestand aber auch ein: „Es ist sicherlich an der Zeit, das Konzept zu evaluieren und fortzuschreiben. Frank Balzer verwies darauf, dass es im Rathaus inzwischen eine Mitarbeiterin für strategischen Tourismus gebe. Über die weitere strategische Entwicklung sei man im Gespräch mit dem Tourismusverein.

Uferweg wird ausgebaut

Bei den Themen ungehobene Potenziale der Stadt, Tourismus und Zukunft passte es ganz gut, dass Michael Reh zu Beginn der Einwohnerversammlung das Vorhaben vorstellte, den Uferbereich im Bereich des Trockendocks am Oder-Spree-Kanal auszubauen, was nächstes Jahr realisiert wird.