Doch Jana Feister, Chefin des Tierheimes am See sagt: "Alles ist abgesagt. Wir wären jetzt um die Zeit komplett ausgebucht." Das gilt auch für die Zeit um den 1. Mai. Doch auch da wurden Aufträge storniert.
Für Jana Feister ist das ein schmerzlicher Einnahmeverlust, Geld, das sie auch braucht, um das Tierheim am Leben zu erhalten und ihre Angestellten zu bezahlen. Eine andere Einnahmequelle sind Spenden. Sie hofft, dass die trotz der allgemeinen Krise weiter fließen. Denn Tierheime wie das am Standrand von Eisenhüttenstadt werden benötigt, damit Fundtiere, die unter anderem aus Frankfurt kommen, eine vorübergehende Bleibe haben.
Sowohl sie als auch ihre Kollegin Ute Valentin merken derweil nicht, dass derzeit wegen der Corona-Pandemie besonders viele Tiere ausgesetzt oder abgegeben würden. Jana Feister macht eher einen umgekehrte Trend aus. "Wir haben eine große Nachfrage nach Tieren." Sie erklärt sich das damit, dass viele nun mehr Zeit haben, vielleicht auch das Bedürfnis steigt, ein Tier um sich zu haben. Jana Feister beobachtet auch, dass mehr "Anfänger" kommen, also Menschen, die erstmals sich ein Tier zulegen wollen.
Die Adoption von Tieren beziehungsweise die Vermittlung von Tieren ist nach wie vor in beiden Tierheimen der Stadt möglich. Ute Valentin erzählt, dass sie erst am Mittwoch eine Katze an eine Familie in Berlin vermitteln konnte.
20 Hunde und zwei Kaninchen
20 Hunde, fünf Katzen und zwei Kaninchen leben derzeit unter anderem im Tierheim am See. "Das sind relativ wenig", sagt Jana Feister, aber sie weiß aus Erfahrung, dass das nur eine Momentaufnahme ist. Spätestens im Mai gibt es im Wortsinn Nachwuchs bei den Katzen und oft genug landet der in Tierheimen. So wie die trächtige Katze, die in einem Karton vor einer Arztpraxis stand, erinnert sich Ute Valentin. Für die Katze und ihre Jungen ist dann zehn Wochen lang ein Zimmer blockiert. Immerhin: Alle Katzenbabys konnten vermittelt werden.
Ute Valentin beherbergt derzeit 24 Hunde und und 18 Katzen. "Ich habe allerdings nur große Hunde", sagt sie. "Die sind aber alle ganz lieb." Wobei die Tierheimbetreiber darauf achten, dass die Vierbeiner in richtige Hände kommen, je nach Größe auch ausreichend Auslauf haben.
Osteraktion ist abgesagt
Neben den finanziellen Einbußen, die auch Ute Valentin umtreiben, bringt Corona noch manche andere Einschränkung mit sich. Jana Feister hat am Eingang zum Tierheim einen Spender mit Desinfektionsmittel aufgehängt. Sie will vermeiden, dass sie oder ihre Mitarbeiter sich mit dem Virus anstecken, denn dann würde es Probleme mit der Betreuung der Tiere geben. Was ausfällt und bis auf weiteres gestrichen ist, wie auch bei Ute Valentin, sind die öffentlichen Gassizeiten, im Tierheim am See sonst am Dienstag, Donnerstag und Samstag in der Zeit von von 14 bis 16 Uhr. Zu dieser Zeit können Tierheimbesucher mit einem Tierheimhund spazieren. Abgesagt hat Jana Feister auch die Osteraktion mit Ostereiersuchen, zu der in den vergangenen Jahren immer Familien kamen.
Willkommen sind bei den Tierheimen Futterspenden. Ute Valentin freut sich, dass sie da von vielen Eisenhüttenstädtern unterstützt wird. Unter anderem werden die Spenden vor die Tür gestellt. "Es gibt auch Tierfreunde, die uns was mit der Post schicken", so Ute Valentin.