Einmal im Jahr veröffentlicht der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, der auch die beiden großen Eisenhüttenstädter Wohnungsvermieter Gebäudewirtschaft (Gewi) und Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) angehören, die Preisentwicklung bei den Betriebskosten. Von den Mitgliedsunternehmen im Land werden dazu Daten abgefragt und in einer Datenbank veröffentlicht. Um überhaupt eine Vergleichbarkeit herstellen zu können, legt der BBU seiner Datenermittlung ein Musterhaus zugrunde mit 30 Wohnungen, 2000 Quadratmeter Grundfläche und je zwei Personen pro Wohnung.
Bei diesem Musterhaus sind in Eisenhüttenstadt, wie auch fast durchgängig im Land Brandenburg, im vergangenen Jahr die Kosten für Fernwärme und Strom gestiegen. Bei Gas gingen die Kosten in Eisenhüttenstadt sogar zurück.
Allerdings, das legt der Vergleich mit anderen Städten nahe, sind die Kostensteigerungen längst nicht so deutlich wie im Landesdurchschnitt. Während im Landesdurchschnitt zum Beispiel für Fernwärme rund 8 Prozent mehr gezahlt werden musste, liegt die Steigerung beim Eisenhüttenstädter Musterhaus bei 1,3 Prozent. Bei den Stromkosten ist die Differenz 3,2 Prozent Plus (Eisenhüttenstadt) zu 4,5 Prozent Plus (Land Brandenburg). Ganz deutlich ist der Unterschied bei der Erdgasversorgung. Während die Mieter des Musterhauses in Eisenhüttenstadt sogar 0,2 Prozent weniger zahlen mussten als ein Jahr zuvor, kletterten die Kosten im Landesdurchschnitt um satte 9 Prozent in die Höhe. Auch bei der Müllentsorgung gingen die Gebühren um 1,2 Prozent zurück. Deutlich in die Höhe geschnellt sind dagegen in Eisenhüttenstadt die Grundsteuern. Das hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, um mehr Geld in die klamme Stadtkasse zu bekommen.
Die Grundsteuer ist auch der einzigste Kostenfaktor, der über dem Landesdurchschnitt liegt. Bei Fernwärme, Erdgas und Strom liegen die Musterhaus-Kosten unter dem Landesdurchschnitt, teilweise deutlich. Energielieferanten sind dabei kommunale Unternehmen aus Eisenhüttenstadt.
Wobei das Musterhaus das eine, die Realität das andere ist. Die Kosten hängen davon ab, wie Verträge gestaltet werden, sagt Oliver Funke, Geschäftsführer der städtischen Gewi. Derzeit hat die Gewi noch eine Vielzahl von Verträgen, die nun vereinheitlicht werden sollen. "Wir sind derzeit dabei, unterschiedlichen Verträge aufzuarbeiten", so Funke. Bei der Gewi wird rund die Hälfte der Gebäude mit Fernwärme versorgt.
Mit seiner Preisdatenbank möchte der BBU zur Transparenz beitragen. "Die Betriebskosten machen mittlerweile rund ein Drittel der Warmmiete aus. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen wissen, wie hoch die durchschnittlichen Preise für Energie, Wasser und Müll sind, und wie sie sich entwickeln", erklärte BBU-Vorstand Maren Kern.