Stattdessen wird einhellig ein Grenzübergang in oder bei Eisenhüttenstadt gefordert – besonders von den Vertretern der Wirtschaft, der eine neue Oderbrücke nahe an den großen Industriebetrieben enorme Vorteile bringen würde. „Auch wir sind eindeutig für eine Eisenhüttenstadt-nahe Variante“, betonte Wiesenaus Bürgermeister Rainer Bublak während der Sitzung. Zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt mache eine neue Brücke für den Schwerlastverkehr keinen Sinn – im Gegenteil. Mit dem Weiterbau der Oder-Lausitz-Straße könnten Lkw in kürzester Zeit vom Autobahnübergang an der A 12 nach Eisenhüttenstadt gelangen.
Eisenhüttenstadts Bürgermeisterin Dagmar Püschel hatte ihren Wiesenauer Amtskollegen noch am Tag der Sitzung angerufen und ihm gesagt, sie begrüße die Ablehnung der Brücke bei Aurith, da sie den Bau eines Übergangs nahe Eisenhüttenstadt befürworte. Darüber informierte Rainer Bublak während der Gemeindevertretersitzung.
Die Abgeordneten sprachen sich für die Schaffung einer Fährverbindung bei Aurith aus.
„…das Bundesverkehrsministerium [hat] bereits im Zuge der Linienbestimmung/Linien­bestätigung zu prüfen, ob ein Straßenbauvorhaben…gerechtfertigt ist, wenn es einen ausreichend leistungsfähigen Oderübergang in ca. 12 km Entfernung (Luftlinie) bereits gibt. Denn abgesehen vom Schwerlastverkehr aus der Papierfabrik und von ArcelorMittal ist kein weiterer Bedarf zu erkennen. Im Übrigen dürfte die Anzahl der Transporte nicht so hoch sein, als dass ein Mehrweg von 15 km den Unternehmen nicht zugemutet werden könnte…So gesehen erscheint uns der Lückenschluss der Oder-Lausitz-Straße zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) vordringlich und zureichend.“ …
„Soweit die Linienbestätigung jedoch aus politischen Gründen erfolgt, wären diese Aspekte im Planfeststellungsverfahren auf Sinnhaftigkeit abzuwägen. Dabei kann aus unserer Sicht jedoch auf ein Brückenbauwerk verzichtet werden. Eine Fährverbindung…bedeutet gleichfalls einen Brückenschlag…, wäre aus ökologischer und vor allem aus ökonomischer Sicht sinnvoll.“…