Farbenfrohe Blumensträuße, herbstliche Sonnenuntergänge und frühlingshafte Landschaften - das alles gibt es ab diesem Sonnabend in der Klostergalerie Martinus zu sehen. Die Bilder stammen von Karin Hein. Die 72-Jährige aus der Gemeinde Teichland im Spreewald malt in verschiedenen Techniken und stellt das erste Mal in Neuzelle aus. "Der Kontakt zu Inhaber Manfred Hoffmann kam bei der Herbstmesse in Cottbus zustande", berichtet sie.
Auf ihren Bildern fängt sie vor allem Landschaften der Region ein. "Ich male gerne Ansichten der Natur. Seit ich künstlerisch aktiv bin, gehe ich viel bewusster durch die Welt und schaue mir zum Beispiel den Himmel ganz anders an. Außerdem bin ich fasziniert von alten, knorrigen Bäumen. Am liebsten gehe ich nach draußen und fertige eine Skizze an. Zusätzlich mache ich meistens auch noch ein Foto, das ich dann zuhause ausdrucke, um dort weiter zu malen", erzählt die Rentnerin. Gleichzeitig legt sie Wert darauf, dass ihre Bilder nicht wie Fotografien aussehen. "Ich male nicht abstrakt, sondern versuche, die Stimmungen der Landschaft einzufangen. Die Kunst ist es, etwas wegzulassen."
Fasziniert von der Malerei war Karin Hein schon als Kind. "Allerdings hatte ich selten Zeit zum Malen. Ich bin auf einem Bauernhof großgeworden, da gab es immer etwas zu tun. Außerdem habe ich drei jüngere Geschwister, um die ich mich oft kümmern musste. Daher habe ich nur manchmal in einer ruhigen Minute etwas gemalt - dann hat aber oft meine Mutter geschimpft, dass der Zeichenblock schnell alle ist", erzählt sie zurückblickend.
Auch in ihrem Berufsleben als Kindergärtnerin blieb keine Zeit für die große Leidenschaft der zweifachen Mutter. "Erst als ich Anfang der 1990er-Jahre ernsthaft erkrankte und ein Jahr zuhause bleiben musste, fand ich wieder Zeit für die Kunst." So besuchte sie einen Malkurs im Frauenzentrum "Villa Lila" in Cottbus. "Die Malerei hat mir sofort großen Spaß gemacht und ich war begeistert. Daher habe alle Techniken ausprobiert und höre nicht auf, immer weiter Neues zu lernen." Es folgten weitere Kurse, unter anderem auf Hiddensee und in Berlin.
Sie malt Aquarelle, Acryl oder Öl - nicht selten auch parallel. "Häufig male ich zwölf bis vierzehn Stunden am Tag. Ich merke dann gar nicht, wie die Zeit vergeht." Seit mehreren Jahren stellt sie auch aus und verkauft einzelne Werke vor Ort. "Damit ich zuhause wieder Platz für neue Bilder habe", sagt sie mit einem Augenzwinkern. "Außerdem ist die Malerei ja kein ganz billiges Hobby."
Zurzeit gibt Karin Hein in Cottbus Kurse in den Grundlagen der Aquarell-Technik. Darüber hinaus plant sie, Privatunterricht in der Ölmalerei zu geben. Als Vorbilder nennt sie Ekkehardt Hofmann aus Bayern - der für seine Aquarellmalerei bekannt ist - sowie Gary Jenkins aus den USA. "Bei ihm hatte ich sogar persönlich Unterricht und konnte viel Wissenswertes über die Ölmalerei lernen."
Auch in Neuzelle hat sich Karin Hein schon umgesehen und bereits ihr erstes Bild gemalt. Es zeigt eine Rückansicht der Klosteranlage. "Aber auch sonst habe ich viele schöne Ecken gesehen und schon viele Anregungen in meinem Kopf - beispielsweise würde ich gerne das Strohhaus malen", erzählt sie.
"Landschaften" eröffnet am Sonnabend um 11 Uhr und ist die fünfte Ausstellung in der Reihe "Regionale Kunst" in der Klostergalerie Martinus, Frankfurter Straße 27a. Diese ist geöffnet von dienstags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.