Die gut 400 Starter fanden bei bedecktem Himmel, nahezu trockenen Untergrund und Temperaturen um die 15 Grad Celsius optimale Bedingungen vor. Auch für einen Streckenrekord. Den stellte mit 1:17:57 Stunden Felix Ledwig im Halbmarathon auf. Seit dem vergangenen Jahr hält der 23-jährige Maschinenbaustudent die Bestmarke im Marathon (2:49:01 Stunden). Da der Eisenhüttenstädter vor drei Wochen den Berlin-Marathon bestritt, hatte er den Viertelmarathon im Fokus. #
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Kurz vor dem Start meldete Ledwig um. "Ich wollte mich mit Hagen Pohle messen", begründete er seine Entscheidung. Doch dieses Duell fand nicht statt. Die Deutschen Meisterschaften im 30-Kilometer-Gehen vor einer Woche mit dem zweiten Rang in der U 23 steckten dem Beeskower noch in den Knochen. "Die Beine machten nicht mit. Ich habe es gleich am ersten Anstieg in Diehlo gemerkt. Dazu bestreite zu wenig Läufe über solche Distanzen", erklärte der EM-15. über 20 Kilometer. So war Felix Ledwig schnell allein auf weiter Flur, die Verbesserung des von Ian Peter Grohse aufgestellten Streckenrekordes von 1:19:44 Stunden die einzige verbliebene Herausforderung. Und die meisterte Ledwig eindrucksvoll. "Nach zehn Kilometern dachte ich noch, es wäre nicht möglich. Schließlich war die Strecke damals leichter", erklärte Ledwig. Bei den Frauen ging der Gesamtsieg an die Polin Iwona Pacholak (1:41:26 h).
Um einen Rekord bangen musste Ledwig doch noch. Schließlich war Uwe Laenger vom 1. FC Union Berlin den Marathon forsch angegangen. Bei Kilometer 36 wurde für den 46-Jährigen ein Vorsprung von einer Viertelstunde durchgesagt. Da Laenger bei ähnlichen Bedingungen am Loch Ness diese Distanz vor vier Jahren bereits in 2:40 Stunden bewältigt hatte, schien ein Bestwert möglich. Aber schließlich vergingen 2:54:26 Stunden, bis der mit einem auffälligen Kopftuch laufende drahtige Brillenträger relativ frisch durch das neue Zeittor lief. "Im Vorjahr war das hier mein siebter Marathon, in diesem Jahr ist es erst der dritte. Dadurch bin ich wesentlich frischer", kommentierte der Vorjahresvierte seine Leistung. "Bis auf ein paar kleine rutschige Stellen waren die Bedingungen heute perfekt", sagte der Ultralauf-Spezialist. Optimal verlief der Marathon auch für den 53-jährigen Rolf Mattig. Der Senftenberger mit der Startnummer 600, der sich als Erster angemeldet hatte, belegte nach fünf vorderen Platzierungen als Zweiter (3:11:26 h) zum ersten Mal in der Gesamtwertung einen Medaillenrang.
Erstmalig Marathon-Siegerin wurde die 24-jährige Viadrina-Studentin Friederike Preuß. Nachdem sie im Vorjahr drei Kilometer vor dem Ziel noch die Blankenfelderin Marita Wahl hatte passieren lassen müssen, hielt die Eisenhüttenstädterin dieses Mal ihr Tempo. Bereits bei Kilometer Acht lag sie vorn, doch wenig später geriet ihr Erfolg in Gefahr. "Kurz hintereinander bin ich erst mit dem linken und dann mit dem rechten Fuß umgeknickt. Deshalb lief ich dann auf den Waldwegen vorsichtiger und habe vor allem auf den Asphaltstrecken Tempo gemacht." Nach 3:34:11 Stunden war sie im Ziel. "Schön, dass der Pokal in Eisenhüttenstadt bleibt." Marita Wahl, Siegerin der vergangenen beiden Jahre, hatte knapp zwei Minuten Rückstand (W 40/3:35:52 h).
Ebenfalls für einen Eisenhüttenstädter Gesamtsieg sorgte Beate Ledwig im Viertelmarathon (W 45/52:43). "Ich bin ruhig angelaufen und habe das Tempo ab dem Berg in Diehlo angezogen", erklärte sie nach ihrem zweiten Gesamtsieg. Auf den hatte ihr Mann Torsten (M 45) als Gesamtvierter im Viertelmarathon keine Chance. Er diktierte bis Kilometer Neun das Tempo, doch dann zogen kurz hintereinander die wesentlich jüngeren Torsten Schlauß (40:40 min/LG Holzinger), Marius Ziems (40:45 min/BSG Stahl Eisenhüttenstadt) und Sebastian Kluge (Lauf Tema Unna/40:57) davon. 500 Meter vor dem Ziel hatte Ziems noch einmal angegriffen, doch der 15-jährige Sportschüler konnte seinen langen Spurt nicht ganz durchziehen. "Endlich hat es mit dem Sieg geklappt. Beim Zielspurt lief es besser als gedacht", erklärte der 26-jährige Eisenhüttenstädter Schlauß. Trösten konnte sich Ziems mit dem Pokal als bester Jugendlicher ab 15 Jahre.
Pokale für Gesamtsiege in Extra-Wertungen gab es noch für drei weitere einheimische Läufer. So war der für den Jugendförderverein Eisenhüttenstadt 02 bei den C-Junioren Fußball spielende 14-jährige Richard Schmidt (53:02) bester Jugendlicher im Altersbereich zwölf bis 14 Jahre und wurden Beate Bernard (11) sowie Benjamin Bernard (8) Schnellste bei den Bambinis.
Start des 8. Schlaubetalmarathons: Ganz vorn laufen von links Sebastian Kluge (Nummer 167/Dritter Viertelmarathon), Marius Ziems (142/Zweiter VF), Peter Zeißig/3. M 45-VM), Torsten Ledwig (4. VM), Torsten Schlauß (177/1.-VM), Felix Ledwig (1. HM) und Hagen Pohle (400/2. HM).Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Mit 371 Startern Teilnehmer-Rekord beim 8. Schlaubetalmarathon / 46 Kinder beim Biene-Majathon / Friederike Preuss über 43 Kilometer erste Frau
Marathonsiegerin Friederike Preuß knickt zweimal auf den Waldwegen um