Nicht mal 20 Stunden nach diesem kräftezehrenden Einsatz heulen am Mittwochnachmittag erneut die Sirenen. Und das gleich doppelt. Was die Feuerwehrleute da noch nicht ahnen können: Etliche von ihnen werden diesmal bis zu zwölf Stunden lang zur Bekämpfung von Waldbränden im Einsatz sein. Um 15.41 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr zunächst in die Gemeinde Schlaubetal gerufen. Zwischen Fünf­eichen und Bremsdorf lodert im Wald auf etwa 1 Hektar Fläche ein Feuer. Von der Bundesstraße B 246 aus sind die Flammen gut zu erkennen – der Wind treibt sie hoch bis unter die Baumwipfel.
Wie schon am Dienstag werden alle vier Tanklöschfahrzeuge der Amtsfeuerwehr sowie mehrere Ortswehren und auch der Gerätewagen Logistik aus Müllrose losgeschickt. 62 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Vor Ort wird weitere Unterstützung des Landkreises Oder-Spree angefordert – konkret durch das Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Technische  Zentrum (FKTZ). Dieses bringt zusätzliche Atemschutztechnik und Löschschläuche zum Einsatzort. "Damit konnten wir die Fahrzeuge schnell wieder einsatzbereit machen", erklärt Christian Weiß, Amtswehrführer im Amt Schlaubetal.
Das Feuer ist noch lange nicht gelöscht, da erfolgt um 17.14 Uhr die nächste Alarmierung: Nahe Rautenkranz – also da, wo es schon am Dienstag gebrannt hatte – steht erneut Wald in Flammen. Die Ortswehren Pohlitz und Schernsdorf fahren dorthin, alle anderen Schlaubetaler Feuerwehren müssen am ersten Brandort bleiben. Amtshilfe wird angefordert. Feuerwehrleute aus dem Amt Brieskow-Finkenheerd und aus Eisenhüttenstadt eilen zu Hilfe, später außerdem zwei Tanklöschfahrzeuge aus Frankfurt.
100 Feuerwehrleute im Einsatz
Die Flammen fressen sich anders als am Vortag nicht nur durch den trockenen Hochwald, sondern auch durch eine direkt angrenzende Pflanzung mit vier bis fünf Jahre alten Kiefern. Das erschwert die Brandbekämpfung zusätzlich, nicht alle Fahrzeuge sind für den Boden in solchen Schonungen geeignet. Und das Feuer breitet sich immer weiter aus.
Gegen 20.30 Uhr ist der Einsatz an der B 246 beendet – und viele der Einsatzkräfte fahren weiter nach Rautenkranz. Zeitweise kämpfen dort fast 100 Feuerwehrleute gegen die Flammen, etliche von ihnen sind letztlich bis zu zwölf Stunden im Einsatz – auch die ganze Nacht hindurch.
Als die letzten Einsatzkräfte abrücken zu ihren Standorten, ist es bereits 5 Uhr am Donnerstagmorgen. "Drei Waldbrände an zwei Tagen – das ist schon eine enorme Belastung", sagt Schlaubetals Amtswehrführer Christian Weiß. Er dankt allen Kameraden für deren Engagement und lobt die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus dem Amt Brieskow-Finkenheerd, Eisenhüttenstadt und Frankfurt sowie mit dem FKTZ des Landkreises.
Scharfe Kontrollen angekündigt
Die Polizei hat Ermittlungen zu den Brandursachen in beiden Fällen aufgenommen. Eigentümer der Waldfläche bei Rautenkranz ist die Stiftung Stift Neuzelle. "Gut 1 Hektar Wald ist diesmal verbrannt", informiert Forstbetriebsleiter Boris Schnittker, "und zwar direkt neben der Brandfläche von Dienstag." Der Forstbetrieb hat eine Brandwache eingerichtet, alle zwei Stunden wird jetzt kontrolliert, auch heute.
Gegen den Eisenhüttenstädter, der sich mit seinem Nissan Micra am Dienstag im Wald festgefahren hatte, wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Was er im Wald wollte, ist weiter unklar. Die Stiftung Stift Neuzelle wird wegen des vernichteten Waldes gegen ihn Schadensersatzforderungen geltend machen.
Verschärfte Kontrollen kündigt Boris Schnittker in Sachen illegales Befahren der Wälder an, und zwar ab sofort. "Der Wald ist sehr, sehr trocken und wir werden wirklich jeden Verstoß dokumentieren und der Ordnungsbehörde melden", betont er. "Der Wald ist momentan wie ein Pulverfass."