Selbst strömender Regen konnte Michael Buhrke am Montagabend nicht von seinem Vorhaben abhalten. Unter einem schwarzen Regenschirm übergab der Beigeordnete für Inneres des Landkreises Oder-Spree (SPD) den Fahrzeugschlüssel des Einsatzleitwagens (ELW) 1 an Frank Balzer, der als Bürgermeister das formelle Oberhaupt der hauptamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Eisenhüttenstadt ist. Die Kosten für den für die Koordinierung von kreisweiten Feuerwehr-Einsätzen genutzten Dienstwagen belaufen sich auf rund 140 000 Euro. Von dieser Summe trägt das Land 95 000 Euro, den Rest die Stadt. Das zukünftige Führungsfahrzeug von Gefahrstoffeinheiten wird im Löschzug Fürstenberg stationiert.
"Wir haben lange auf das Fahrzeug gewartet" erklärt Wehrführer Norbert Manteufel, dessen Wehr die Verantwortung für den Katastrophenschutz im Landkreis mitträgt. "Gerade auf der A 12 und auch vereinzelt auf der B 112 kam es in den vergangenen Monaten oft zu Vorfällen, bei denen wir den Einsatzleitwagen benötigt hätten", sagt Manteufel.
Der orangene Mercedes mit blauen Streifen an den Seitenflügeln ist mit moderner Funk- und Internettechnologie ausgestattet. Er ist geländegängig, was durchaus an der Höhe zu sehen ist. "Das spielt eine wichtige Rolle bei Waldbränden", weiß Michael Buhrke. "Die Wache in Eisenhüttenstadt hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, uns beim Katastrophenschutz zu unterstützen", sagt Buhrke. "Eine solche Einheit zu bemannen, stellt jedoch für eine Wehr allein eine schwere Aufgabe dar." Die sei nur in Zusammenarbeit der Wehren Neuzelle, Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt zu bewältigen.
"Mit dem neuen Fahrzeug gewinnen wir und somit auch der Landkreis noch mehr an Flexibilität im Katastrophenschutz", sagt Wehrleiter Manteufel. Denn Brandschutz sei kein Geschäft, das sich für eine Wehr im Alleingang regeln ließe, betont auch er. Weitere Einsatzleitwagen im Landkreis sind in Neuzelle, Fürstenwalde, Großrietz-Neuendorf sowie in der Kreisstadt stationiert. Für den Katastrophenfall stehen in Fürstenwalde außerdem ein Gefahrengutabholbehälter und in Neuzelle ein Gerätewagen Dekontamination Personen bereit.
Die Übergabe des neuen Einsatzleitwagens erhöht nicht nur die Flexibilität im Katastrophenschutz, sondern zeigt auch, dass sich etwas tut bei der Eisenhüttenstädter Feuerwehr. Erst im vergangenen Jahr erhielt sie mit dem LF-20 ein neues Löschfahrzeug. "In zwei Wochen soll das mittlere Löschfahrzeug folgen", informiert Norbert Manteufel. "Das wird unsere Möglichkeiten weiter erhöhen."
Letzter Knackpunkt ist die Anschaffung einer neuen Drehleiter bis Ende November, deren Finanzierung noch aussteht. Die aktuelle Drehleiter ist aus Bonn gemietet. "Das ist ein dringendes Anliegen", so Manteufel. Die Finanzierung sei abhängig vom neuen Förderprogramm für Stützpunktfeuerwehren, durch das die Eisenhüttenstädter Wehr bis Ende des Jahres vom Land unterstützt wird.
Ab 2019 sollen die Bauarbeiten für die neue Feuerwache an der Kreuzung Beeskower Straße/Oderlandstraße beginnen, für die nach dem neuen Haushaltsentwurf zirka dreieinhalb Millionen Euro eingeplant wurden.