Nach seiner langen Verletzungspause ist er mittlerweile dort angekommen, erzielte bereits fünf Tore in sechs Einsätzen. Zumal er nicht wie beim MSV auf der Sechser-Position, sondern im Sturm aufläuft. "Er hat sich bei uns als Torjäger vorgestellt und menschlich und sportlich sehr gut eingefügt", lobte Gäste-Trainer Helmut Fritz. Gegen seine alte Kollegen blieb Max Herrmann allerdings ein Treffer versagt. Die größte Möglichkeit vergab er kurz nach dem Seitenwechsel, schoss aus drei Metern über den Kasten. "Der Ball sprang eklig auf. Ich habe versucht, ihn mit der Pike reinzuspitzeln." Abgesehen von der Partie drückt er dem MSV die Daumen. "Wenn du unten drin stehst, fehlt dir einfach das Quäntchen Glück. Aber ich bin zuversichtlich, dass sie da wieder rauskommen."
Sechste Pleite im achten Spiel
Auch sein sechs Jahre älterer Bruder Paul Herrmann blieb am Sonnabend ohne Ausbeute, führt mit acht Treffern aber weiter die Torjägerliste der Ost-Staffel an. "So ganz konnte ich das Familienduell heute nicht ausblenden und habe immer mal einen Blick rübergeworfen." Nur Minuten nach der Torchance seines Bruders traf der mehrfache Torschützenkönig nach einem Freistoß per Kopf nur den Außenpfosten.
Die Müllroser bleiben nach der sechsten Niederlage im achten Spiel weiter Liga-Schlusslicht. "Wir haben auch keinen Bock mehr auf die Durchhalteparolen. Aber man hat heute gesehen, dass die Mannschaft lebt. Wir haben teilweise gut gegen ein Spitzenteam dagegengehalten und müssen in den kommenden Spielen noch mehr zusammenrücken", sagte Paul Herrmann.
In der Tat machten die Gastgeber kein schlechtes Spiel und konnten nach 20. Minuten sogar in Führung gehen. Eine scharf hereingebrachte Ecke von René Franz beförderte Grün-Weiß-Verteidiger Tobias Kunkel ins eigene Netz. Doch eine Viertelstunde später traf Maximilian Terzenbach mit einem schönen Freistoß aus knapp 25 Metern ins linke untere Toreck.
Nach dem Pausentee gab es in der "Herrmann-Schlacht" die beiden besagten Großchancen der Brüder. Insgesamt agierten die Gäste aus Märkisch-Oderland aber gedankenschneller und technisch versierter. So fiel ihr Siegtreffer nach einer guten Stunde auch nicht unverdient: Steffen Fechtner flankte aus vollem Lauf von der linken Außenbahn, der Kopfball von Bledar Mahmuti senkte sich unhaltbar über MSV-Torhüter Philipp Reschke in die Maschen. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich vergab kurz vor dem Ende Christopher Krüger, dessen Schuss aus halbrechts knapp am Pfosten vorbeistrich.
So konnten die Gäste ihren zweiten Auswärtssieg der Saison feiern und setzten sich aufgrund der schwächelnden Konkurrenz an die Spitze. "Anfangs waren wir viel zu hektisch und sind nicht souverän aufgetreten. Für die Müllroser tut es mir leid, sie haben wie immer in den letzten Jahren ein gutes Spiel gemacht." Hinsichtlich der eigenen Ambitionen äußerte sich Fritz zurückhaltend: "Für uns ist die Landesliga zurzeit kein Thema."
Mit ganz anderen Regionen  muss sich Müllroses Trainer Dirk Herrgoß beschäftigen: "Wir investieren wieder viel und haben die Hand am Punkt, verpassen es aber, ein weiteres Tor zu machen. Aber die Mannschaft lebt, sonst kannst du gegen einen solchen Gegner nicht mithalten." Bereits am Reformationstag empfängt Müllrose um 14 Uhr die SG Bruchmühle zum Nachholespiel. "Da ist ein Zähler zu wenig. Wir haben die klare Zielsetzung: drei Punkte", forderte Herrgoß.
Müllroser SV: Philipp Reschke – Philipp Schiller (80. Felix Hackel), Lukas Gräber, René Franz, Elias Ponta, Eric-Gordan Kirchhoff, Nils Unglaube (80. Peter-Felix Richter), Christopher Krüger, Jannik Krause, Nick Murach (67. Adolf Kampioni), Paul Herrmann
Grün-Weiß Rehfelde: Kevin Mattern (62. Helfried Hedemann) – Sebastian Juhre, Tobias Kunkel, Tim Goerke, Maximilian Terzenbach, Steffen Fechtner, Pascal Haase (62. Felix Westphal), Tony Frontzek, Bledar Mahmuti (88. Sebastian Mentz), Eric Bohlemann, Max Herrmann
Tore: 1:0 Kunkel (20./Eigentor), 1:1 Terzenbach (35.), 1:2 Mahmuti (67.) – Schiedsrichter: Patryk Mettke (Eisenhüttenstadt) – Zuschauer: 77