Zeuge meldet sich um 3.30 Uhr

Gegen 3.30 Uhr meldete ein Zeuge der Polizei die tote Person, so Astrid Reinecke, von der Pressestelle der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder). Zudem hatte die Feuerwehr die Polizei über den ungewöhnlichen Knall informiert.

Opfer ist 39-jähriger Eisenhüttenstädter

Die Polizei setzte daraufhin gegen 4 Uhr Hubschrauber und die Wasserpolizei ein, die das Areal rund um die Brücke am Oder-Spree-Kanal nach weiteren Personen oder Materialien abgesucht haben.
Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem Toten um einen 39-jährigen Eisenhüttenstädter. Er erlag einer Explosion, die sich am Körper ereignete, so die Spezialisten. 
Wie die Explosion zustande kam, wird untersucht. Die Polizei geht derzeit von einem Unfall aus. Außerdem fand die Polizei dort ein Fahrrad und einen Rucksack, so der Sprecher des Polizeipräsidiums Torsten Herbst.

Spekulationen auf Facebook

Bereits in den frühen Morgenstunden zeigten sich Eisenhüttenstädter angesichts des kreisenden Hubschraubers auf Facebook besorgt. Einige Nutzer hatten den "höllisch lauten Knall" um 3.05 Uhr für eine Sprengung gehalten und gehofft, dass niemand verletzt worden sei. Ein User äußerte sich, dass er aus Polizeikreisen erfahren habe, dass das Opfer mit selbstgebauten Sprengstoff hantierte hätte. Viele sprachen den Hinterbliebenen ihr Mitleid aus.

Spezialisten vor Ort

Vor Ort waren zwei Spezialisten für die Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen des Landeskriminalamtes, zwei Kriminaltechniker und zwei Ermittler im Einsatz.
Die Kriminalpolizei habe nun Ermittlungen wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen. Weitere Informationen sind erst ab Montagmorgen von der Polizei zu erwarten.
© Foto: MOZ.de

Unsicherheit in der Nachbarschaft

„Wir wussten gar nicht, was los ist“, erzählt Heike Herrmann, Verbandsvorsteherin des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Oderaue. Dieser hat seinen Geschäftssitz unmittelbar in der Nähe der Explosion. „Ein Mitarbeiter von uns, der Bereitschaft hatte, wurde nicht durchgelassen“, berichtet sie. Eine Erklärung gab es nicht, nur die Zusicherung, dass man eine Möglichkeit finden würde, wenn es zu einer Havarie kommen sollte. Zumindest aber habe man ihm gesagt, dass die Explosion nichts mit dem TAZV zu tun habe. 

Weiträumige Sperrung

Die Zufahrten zur Brücke Beeskower Straße waren bis zum Mittag weiträumig ab der Kreuzung Karl-Marx-Straße/Beeskower Straße sowie ab Fährstraße/Ecke Beeskower Straße gesperrt.

Was macht ein USBV-Entschärfer?

USBV-Entschärfer sind Spezialisten für die Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV).
Jedes deutsche Bundesland verfügt über USBV-Entschärfer. Sie sind meist bei den Landeskriminalämtern der Polizei angegliedert, lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gehören sie dem Munitionsbergungsdienst an, der über den Katastrophenschutz wiederum der Polizei angegliedert ist (über das Amt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz). Auf Seiten des Bundes verfügt zum einen das Bundeskriminalamt (BKA) über eigene USBV-Entschärfer, ebenso die Bundespolizei.
Für die Beseitigung explosiver Kampfmittel aller Art, also konventioneller Munition und Bomben, ist der Kampfmittelräumdienst zuständig.