Die Kostüme und Requisiten sind schon längst im Fundus verschwunden. Doch trotzdem konnten die Gäste am Donnerstag etwas davon ahnen, was da Ende Oktober des vergangenen Jahres im Friedrich-Wolf-Theater unter großem Jubel der Zuschauer über die Bühne ging. Denn im Anschluss an das Singspiel "Arambohei" der Pestalozzischule hat sich eine kleine Musikband gleichen Namens unter der Leitung des Musikpädagogen Steffen Kraft gebildet. Und die Musiker trugen zwei Lieder aus dem Singspiel vor.
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Grund dafür, an das große Projekt zu erinnern, war eine Auszeichnung. Die Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" hat das Singspiel mit einem Sonderpreis bedacht, der mit 1000 Euro dotiert ist. Der Landesverband Schulischer Fördervereine Berlin-Brandenburg, hatte den Vorschlag gemacht "Arambohei" zu würdigen.
"Das Projekt leistet einen herausragenden Beitrag zur Inklusion und zum Abbau von Benachteiligungen", sagte Iken Neisener, Referentin der Waisenhausstiftung. "Wir sind beeindruckt davon, dass alle Kinder der Schule mitwirken, dass die Pestalozzi-Schule dabei mit anderen Schulen zusammenarbeitet und die Sing- und Theaterspiele schon seite vielen Jahren regelmäßig stattfinden." Die Stiftung fördert sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche im Land Brandenburg.
130 Schüler waren beteiligt, sagte Schulleiterin Cornelia Schröder. Zum einen 90 Schüler der Pestalozzischule, dazu kamen 25 Schüler aus der polnischen Partnereinrichtung und Schüler der Partnerschulen in Eisenhüttenstadt, der Grundschule "Astrid Lindgren" und der Gesamtschule 3. Die Schüler der beiden letztgenannten Bildungseinrichtungen übernahmen die Sprecherrollen in dem Stück. "Wir machen vorher ein richtiges Casting", erzählte die Schulleiterin lachend.
Und dann beginnt die eigentliche Arbeit. Lehrerin Sabine Siegel ist Projektleiterin, macht die Choreographie, schreibt Texte und führt die Regie, hob Cornelia Schröder lobend hervor. Steffen Kraft sorgt für die Musik, komponiert teilweise eigene Lieder oder schreibt andere um. Ein Jahr wurde geprobt, besonders intensiv vor den Aufführungen. Doch das Thema des Singspiels - es geht um Klimawandel und Naturschutz dargestellt an der Geschichte des kleinen Feldhamsters Pauli - spielte in dieser Zeit auch im schulischen Leben eine große Rolle. "Wir lesen Bücher und gucken Filme zu dem Thema", sagte Cornelia Schröder. Auch ein Besuch im Tropenhaus stand auf dem Programm. Im Nachgang zu dem Singspiel haben sich Kinder sogar an einem Projekt in Sachsen beteiligt, das dem vom Aussterben bedrohten Feldhamster einen neuen Lebensraum geben soll. Alle zwei Jahre stellt die Pestalozzi-Schule solch ein großes Singspiel-Projekt auf die Beine.
Nicht nur der Waisenhausstiftung und der Stiftung Bildung gefällt das Projekt, sondern auch Bürgermeisterin Dagmar Püschel. Sie hat Arambohei zu musikalischen Umrahmung des Neujahrsempfanges der Stadt eingeladen.
Ausgezeichnet: Das Singspiel Arambohei der Pestalozzischule wurde besonders gewürdigt.Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Die Stiftung "Großes Waisenhaus" würdigt Theaterprojekt der Pestalozzischule in Eisenhüttenstadt
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