Ganz einfach: Das Müllroser Heimatmuseum geht raus ins Freie, geht an die frische Luft. Was in Zeiten wie diesen ohnehin eine sehr gute Variante ist. Allein 30 große Bildtafeln mit je einem historischen Foto werden an verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Müllrose angebracht – und zwar an jenen Orten, an denen die Fotos einst "geschossen" worden waren. Geschossen von der Berufsfotografin Ursula Raschke, die zwischen 1963 und 1984 im Erholungsort ein Fotoatelier betrieben hatte. Zu diesen 30 Bildtafeln gesellen sich eine in Mixdorf (nahe der Bushaltestelle in der Dorfstraße) und eine extra große Tafel im Format A0, die noch heute im einstigen IFA-Pavillon in der Lindenallee in Eisenhüttenstadt aufgestellt wird.
"101 x Müllrose (1963-1984). Aus dem Archiv der Fotografin Ursula Raschke" heißt die Ausstellung, die an diesem Sonntag mit mehreren geführten Rundgängen eröffnet wird. 101-mal Müllrose, obwohl nur 32 großformatige Fotos ausgestellt werden? Ja. Denn auf den Tafeln ist nur ein knappes Drittel der Bilder der Ausstellung zu sehen. Wer alle 101 ausgewählten Fotografien betrachten möchte, der muss ins Internet gehen. Dort ist die gesamte Schau, die von Anfang an als Online-Ausstellung konzipiert worden war, zu erleben.

Mit Voranmeldung zur Eröffnung

Ursula Raschke war am 23. August 1919 geboren worden, die Ausstellung wird also an ihrem 101. Geburtstag eröffnet. Ihr Neffe hatte 1996 ihren gesamten Nachlass – fast 17 000 Schwarz-­Weiß-Negative und etwa 600 Positive – dem Heimatmuseum übergeben. Dort schlummerte der Bilderschatz bis 2014 im Depot und wurde dann nach seiner Wiederentdeckung innerhalb fünf Jahre digitalisiert und archiviert.
Die öffentlichen Rundgänge zur Ausstellungseröffnung beginnen am Sonntag um 14 Uhr und um 16 Uhr. Wegen der Corona-Pandemie ist eine Voranmeldung bis heute, 16 Uhr, erforderlich unter Telefon 033606 77290 oder per E-Mail an museum@hausdesgastes-muellrose.de