Es wird gerade kräftig gebaut in der Straße der Republik 49 bis 75. Bis 2022 sollen in den drei noch nicht sanierten Blöcken aus den bisherigen 3-Raum-Wohnungen 130 2-Raum-Wohnungen entstehen. „Ziel ist es die älter werdende Stadt mit barrierefreien Wohnungen zu versorgen“, sagt Oliver Funke, Geschäftsführer der städtischen Gebäudewirtschaft (Gewi). Um dieses Ziel zu erreichen, werden im hinteren Bereich des Gebäudekomplexes Laubengänge angebaut, die es ermöglichen, dass mehr Wohnungen durch Fahrstühle erschlossen werden können.

Weniger Bauleistung für mehr Geld

Das Projekt ist derzeit die größte Investition des Unternehmens. Rund 17,6 Millionen Euro soll nach bisherigen Stand die Maßnahme kosten. Die Sanierung der gegenüberliegenden Blöcke, die Straße der Republik 30 bis 56, hat die Gewi rund drei Millionen Euro weniger gekostet.
Auch wenn die Maßnahmen nicht eins zu eins zu vergleichen sind, zeigen die unterschiedliche Kosten, was Oliver Funke vor einiger Zeit in der Stadtverordnetenversammlung so formuliert hat. „Die Baukosten steigen und steigen. Für mehr Geld kriegen sie weniger Leistung.“ Die Folgen für sein Unternehmen in Bezug auf Aus- und Umbau nannte Funke auch: „Wir müssen gucken, was wir noch sanieren.“

Abriss bleibt weiter Thema

Wobei nicht nur die steigenden Baukosten dazu führen, bei Sanierungen eher auf Sicht zu fahren. Wie andere Vermieter in Eisenhüttenstadt hat auch die Gewi mit dem Problem zu kämpfen, dass nach wie vor die Einwohnerzahl von Eisenhüttenstadt sinkt. Für weitere Sanierungen bedeutet das aus Sicht von Oliver Funke: „Es bringt ja nichts zu sanieren und es fehlen dann die Leute, die darin wohnen.“ Allerdings müsse man immer wieder auch sanieren, weil die Gewi in Konkurrenz zu anderen Marktteilnehmern stehe.
Die schrumpfende Stadt bedeutet für das städtische Unternehmen nicht nur, dass geguckt wird, wo, wie und wann saniert wird, sondern auch, dass der Abriss in den kommenden Jahren ein Thema bleibt. Im Geschäftsbericht der Gewi für das Jahr 2019, der kürzlich im Bundesanzeiger veröffentlicht wurde, wird der Spagat zwischen Aus- und Rückbau so formuliert: „Die systematische und denkmalgerechte Entwicklung des Flächendenkmals wird auch in Zukunft konsequent weiter verfolgt, indem Abrisse in peripheren und Sanierungen im innerstädtischen Bereich erfolgen.“

Attraktive Grundrisse sind nachgefragt

Die Schwerpunktsetzung lässt sich anhand der Maßnahmen nachvollziehen, die Funke in der Stadtverordnetenversammlung genannt hat. Neben den beiden großen Millionenprojekten in der Straße der Republik wurde ein Block in der Fritz-Heckert 35 bis 45 für rund 4,5 Millionen Euro saniert. In der Planung für 2021 ist die Puschkinstraße 3 bis 7 sowie ab 2022 die Fritz-Heckert-Straße 47 bis 55, jeweils mit Baukosten von mehr als vier Millionen Euro. Der Block in der Fritz-Heckert-Straße 47 bis 55 soll nach derzeitiger Planung Bestandteil des kreislichen Seniorenheimes werden, das die kreisliche Seniorenheim GmbH auf einer Abrissfläche in der Puschkinstraße errichten will.
Nach und nach, so auch aktuell, werden aufgangsweise Wohnungen in der Lindenallee modernisiert. „Die Grundrisse dort sind sehr unattraktiv“, sagt Oliver Funke. Die bestehenden Wohnungen werden in 4-Raum- sowie in 2-Raum-Wohnungen mit modernen Grundrissen umgewandelt. „Das ist gefragt“, betont Funke. Die Lindenallee 9 ist schon abgeschlossen, derzeit wird der Nachbaraufgang in Angriff genommen.

Die städtische Gebäudewirtschaft


- Die städtische Gebäudewirtschaft verfügt derzeit noch über rund 7000 Wohnungen in Eisenhüttenstadt, nahezu die Hälfte des einstigen Bestands.

- Der Leerstand betrug Ende 2019 17,6 Prozent

- Rund 20 Millionen Euro nimmt das Unternehmen aus Mieten ein.

- Der Leerstand führt zu Mindereinnahmen von rund 3,6 Millionen Euro.