Eine bröckelnde Fassade, die mit Netzen gesichert werden musste, damit niemand von herabfallenden Teilen verletzt wird. Holzfenster, durch die es durchregnete und obere Etagen, die von Rollstuhlfahrern nicht erreicht werden kann: Vor gut sieben Jahren bot das Rathaus in Eisenhüttenstadt einen traurigen Anblick, war kein repräsentativer Bau mehr. Seitdem wird das Gebäude in Etappen saniert.
Auch in diesem Jahr gehen die Sanierungsarbeiten weiter, wie seit einigen Wochen unschwer zu erkennen ist. Das Gebäude ist wieder teilweise eingerüstet.  In diesem Jahr erfolgt die Fortführung der Fassadensanierung an der Fassade Innenhof 1“, erklärt Denise Berger, Bereichsleiterin Bauverwaltung in der Stadtverwaltung. Darüber hinaus werden Regressarbeiten aus schon erfolgter Sanierung an den Fassaden der Süd- und Nordseite am Rathaus erledigt. Dafür sei auch das Gerüst aufgestellt worden.

Fassade wird teilweise neu verputzt

„Bei der Fortführung der Fassadensanierung werden Teilflächen entweder neuverputzt beziehungsweise je nach Schädigungsgrad der Bestandsputz mit Injektage großflächig erhalten und gesichert“, erläutert Denise Berger den Fortgang der Arbeiten. Im Zuge der Arbeiten erfolgt gleichfalls in Abstimmung mit dem Denkmalschutz der Rückbau des Anbaus Wirtschaftseingang und damit die Wiederherstellung der Ursprungssituation.
Damit ist aber die Liste der Arbeiten für dieses Jahr noch nicht erledigt. Denise Berger zählt auf, was noch erledigt werden soll: „Weitere in diesem Jahr geplante Maßnahmen  sind die Montage von Außenverschattungsanlagen an den Fenstern auf der Hofseite, die Erneuerung der Fenster am Saalanbau, in dem sich im Erdgeschoss das Stadtmodell und darüber der Saal der Stadtverordneten befinden.“ Im Rahmen der Außenverschattungsanlagen sind darüber hinaus Elektroarbeiten erforderlich. Nicht direkt mit der Sanierung des Gebäudes hat die Installation einer Zugangskontrolle sowie die Umverlegung von IT-Kabeln zu tun.

Saalaufbau wird erneuert

Mit den Maßnahmen in diesem Jahr ist die Hüllensanierung aber noch nicht abgeschlossen. Denise Berger nennt als weitere Projekte für die kommenden Jahre die Erneuerung beziehungsweise Ertüchtigung des Saalaufbaus, die Fassadensanierung Saalanbau und die Schaffung eines barrierefreien Zugang zum Saalaufbau. Im Saalaufbau befinden sich die Räume des Fachbereiches für Familie und Soziales.
Allein die Maßnahmen, die für dieses Jahr vorgesehen sind, sind mit Kosten in Höhe von 600.000 Euro veranschlagt. Die Summe wirkt dann im Vergleich zu den Summen, die schon ausgegeben wurden, allerdings fast bescheiden. Denn inzwischen sind fast schon sieben Millionen Euro ausgegeben worden. Das Geld wurde nicht nur für die Fassadensanierung verwendet, sondern unter anderem auch für die behindertengerechte Erschließung im Inneren über einen Fahrstuhl beziehungsweise durch Umbauarbeiten im Erdgeschoss. Auch musste eine Stahlkonstruktion am Saalanbau im Hinterhof angebracht werden, die als zweiter Rettungsweg dient und auch dazu, dass der etwas in der Höhe versetzte Saal der Stadtverordnetenversammlung über den Fahrstuhl erreichbar ist.

Stadt erhielt Fördermittel und Zuweisungen

Diese doch sehr großen Summen hätte sich Eisenhüttenstadt aus eigener Kraft nicht leisten können, wenn es dafür nicht Fördermittel und Zuschüsse in erheblichem Umfang gegeben hätte. So ist das Rathaus Bestandteil des Stadtumbauprogramms, das nicht nur Abriss von leerstehenden Gebäuden vorsieht, sondern auch Aufwertung. Darüber hinaus erhielt die Stadt 2013, als sich der Haushalt in einer schwierigen Lage befand, eine Bedarfszuweisung in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro. Letztlich liegt der Eigenanteil der Stadt laut Haushalt bei rund 541.000 Euro.
Das Rathaus ist eines von mehreren Einzeldenkmalen, die sich im Bereich des Flächedenkmals in den Wohnkomplexen I bis III befindet. Das Objekt wurde in den Jahren 1953 bis 1955 als Haus der Parteien und Massenorganisationen errichtet.