Das Jahr 2021 war für die Feuerwehrleute und die Polizei in Eisenhüttenstadt und den Ämtern Brieskow-Finkenheerd, Neuzelle und Schlaubetal ein einsatzreiches Jahr. Brände, Verkehrsunfälle, Anschläge, tote Menschen im Wasser und die Suche nach verendeten Wildschweinen – wir blicken zurück auf Ereignisse, über die gesprochen wurde und zum Teil noch immer wird.
Das neue Jahr ist gerade mal zwei Tage alt, da muss in Brieskow-Finkenheerd die Feuerwehr zu einem Großeinsatz ausrücken: Der Dachstuhl einer Doppelhaushälfte steht in Flammen. Ausgelöst wurde der Brand durch Reparaturarbeiten auf dem Dach. 74 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die Doppelhaushälfte ist zum Zeitpunkt des Brandes nicht bewohnt.

Zwei Frauen brechen im dünnen Eis ein

Ende Januar wird der Schutzzaun, der entlang der Bundesstraße B 246 die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern soll, erneut zur Todesfalle. Ein schwerer, kapitaler Hirsch irrt in der Nacht zum 27. Januar zwischen Bremsdorf und Dammendorf am Zaun entlang und wird schließlich von einem Auto erfasst. Bei dem Zusammenprall wird die Autofahrerin schwer verletzt, das Auto erleidet einen Totalschaden. Der Hirsch verendet kurz nach dem Unfall.
Mitte Februar warnen die Feuerwehr und die DRK-Wasserwacht vor dem Betreten des Eises auf zugefrorenen Kanälen, Flüssen und Seen. Bei Neubrück und bei Ragow laufen am 11. Februar zwei Frauen jeweils aufs Eis der Spree, um ihre Hunde aus dem Wasser zu retten, und brechen dabei selbst ein. Nahe Neubrück retten Feuerwehrleute Hund und Frauchen. Bei Ragow kann sich die Frau mit Hilfe einer Begleiterin selbst retten, ihr Hund ertrinkt. An den folgenden Tagen missachten vielerorts Menschen die Warnungen und laufen auf dem sehr dünnen Eis Schlittschuh – zum Beispiel in Müllrose, Neuzelle und Eisenhüttenstadt. In Müllrose lässt ein Mann seine kleine Tochter gar an einer langen Leine auf dem Eis spielen.

Chemieunfall und Gasunfall

Auf dem Gelände der 5N PV GmbH in Eisenhüttenstadt muss die Feuerwehr am 15. Februar nach einem Chemieunfall helfen. 1.000 Liter Salzsäure sind aus einem Tank ausgetreten, ein Mitarbeiter des Unternehmens wird vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Gut vier Monate später kommt es am 23. Juni auf dem Gelände von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt zu einem Gasunfall. Nach einer technischen Störung ist Kohlenmonoxid ausgetreten. Ein Mitarbeiter wird wegen einer Gasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Anschlag auf Auto in Grunow-Dammendorf

In Eisenhüttenstadt richtet ein Feuer in einem Einfamilienhaus Anfang März einen so erheblichen Schaden an, dass das Haus unbewohnbar ist. In Grunow geht am frühen Morgen des 9. März ein Auto in Flammen auf. Dessen Dresdner Kennzeichen gehören zu einem Auto, das schon vor zwei Jahren abgemeldet worden war. Eine Halterfeststellung ist nicht mehr möglich. Durch das Feuer werden mehrere Fenster und die Fassade der privaten Kita „Schlaubetaler Waldflöhe“ beschädigt – die Reparaturen kosten die Gemeinde etwa 15.000 Euro.
Mit Feuerwerkskörpern und einem großen Stein verüben unbekannte Täter am 29. März in einer Bungalowsiedlung in Grunow-Dammendorf einen Anschlag auf das Auto eines dort wohnenden Mannes. Auf der Motorhaube hinterlassen die Täter die fehlerhafte Aufforderung: „Bezal deine Schulden!“ Der Mann berichtet später, er schlafe jetzt nur noch mit einer Axt in Griffweite.

Feuer in Müllroser Restaurant

In Müllrose brennt es am Morgen des 8. Mai im Restaurant „Villa del Lago“. Schwer beschädigt werden zunächst vor allem der hölzerne Anbau mit dem Imbiss und der Eingangsbereich. Als am Abend dann Glutnester Teile des Dachraumes erneut entzünden, muss im Restaurant die gesamte Decke niedergerissen werden – weshalb dann auch der Gastraum nicht mehr nutzbar ist. Schnell machen Vermutungen die Runde, es handle sich um Brandstiftung. Der Pächter des Restaurants, der Gastronom Rame H., war Anfang Februar während einer Drogenrazzia verhaftet worden.

Tödlicher Badeunfall im Schwervenzsee

Trauer und Betroffenheit herrschen im Sommer nach einem tödlichen Badeunfall, bei dem am 28. Juli ein Jugendlicher im Schervenzsee ertrinkt. Abdoul Barry, in Guinea aufgewachsener minderjähriger Asylsuchender, ist nur 15 Jahre alt geworden. Mit einer Gruppe weiterer jugendlicher Ausländer, die in einer Wohngruppe des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks (EJF) in Eisenhüttenstadt betreut werden, ist er an diesem Tag zu einem Badeausflug am Schervenzsee. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Unfall gegen die Erzieherin, welche die jungen Leute während des Ausflugs betreut, wegen des Vorwurfes der fahrlässigen Tötung. Die Ermittlungen dauern an.

Müllrose

Feuerwehrleute aus dem Amt Schlaubetal müssen im Juli an mehreren Tagen jeweils zehn Stunden lang in den Wäldern nach verendeten Wildschweinen suchen. Amtswehrführer Christian Weiß sieht diesen Einsatz durchaus kritisch, da die Freiwillige Feuerwehr andere Aufgaben zu erfüllen hat, dies ehrenamtlich macht und die Fallwildsuche eine erhebliche Mehrbelastung mit sich bringe.

Pkw geht nach Unfall in Flammen auf

Zu einem Großeinsatz rücken die Feuerwehren im Amt Schlaubetal am Abend des 1. Advent aus: In Müllrose steht ein Auto, das gegen einen Baum geprallt ist, in Flammen. Der Unfallort befindet sich nur wenige Meter vom nördlichen Ortseingang entfernt direkt hinter einer scharfen Rechtskurve. Dort wird oft schneller gefahren als erlaubt. Anwohnern gelingt es, die Autofahrerin aus dem Pkw zu ziehen, bevor dieser Feuer fängt. Das Auto brennt aus. Nach dem Unfall fordern Anwohner, in dem Bereich der Biegener Straße eine Verkehrsinsel zu errichten und für Lkw Höchsttempo 30 anzuordnen.

Tod im Oder-Spree-Kanal

Am Morgen des 1. Dezember müssen Feuerwehrleute in Eisenhüttenstadt den Leichnam einer älteren Frau aus dem Oder-Spree-Kanal ziehen. Die Frau hatte sich offenbar das Leben genommen. Zwei Wochen später treibt am 15. Dezember ein Mann (61) nahe der Magistralbrücke bewegungslos im eiskalten Wasser des Oder-Spree-Kanals. Einsatzkräfte der Feuerwehr bergen ihn und es gelingt auch noch, ihn zu reanimieren. Im Krankenhaus verstirbt der Mann dann aber.

Müllrose