Frühestens Mitte Oktober wird feststehen, warum am 19. September 43 Schüler und ein Betreuer in der Jugendherberge „Bremsdorfer Mühle“ plötzlich von Übelkeit, starken Bauchschmerzen und Erbrechen gepeinigt worden sind. So lange dauert es, bis das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin seine weiterführenden Untersuchungen abgeschlossen hat. Beim BfR handle es sich um ein Speziallabor, „dessen Untersuchungsabläufe streng standardisierten Abläufen unterworfen sind“, teilt die Kreisverwaltung Oder-Spree mit. „Dies bringt es mit sich, dass solche Spezial­untersuchungen einen hohen zeitlichen Aufwand erfordern.“
Nach dem Zwischenfall mit 43 Schülern und einem Erwachsenen habe es in der Jugendherberge keine weiteren Erkrankungsfälle gegeben, so Mario Behnke, Sprecher des Landkreises Oder-Spree. Bei den vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt durchgeführten Untersuchungen sowohl von Lebensmitteln als auch der Küche seien keine Erreger nachgewiesen worden – weder Viruspartikel noch bakterielle Substanzen in Lebensmitteln. Es habe vor Ort weitere Nachkontrollen gegeben – ohne Befund.
Mario Behnke bestätigt die Information, dass bei einem Schüler – bei jenem, der wegen einer Vorerkrankung ins Krankenhaus gebracht wurde – der Norovirus nachgewiesen worden ist. Dieser Erreger sei aber nicht für die in der Jugendherberge aufgetretenen Beschwerden ursächlich verantwortlich, betont Rutker Stellke, Leiter des Gesundheitsamtes. Denn Noroviren verursachten heftige Entzündungen des Magen- und Darmbereichs (Gastroenteritiden), „die durch schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle gekennzeichnet sind“. Diese Symp­tome traten aber bei keinem Betroffenen auf. Noroviren könnten noch Wochen nach einer Erkrankung nachgewiesen werden.
Laut Gesundheitsamt deuten die aufgetretenen Beschwerden auf die Wirkung eines Bakterientoxins hin. Solche Bakteriengifte verursachten bereits eine halbe bis sechs Stunden nach der Aufnahme Übelkeit und Erbrechen, welche aber weniger als 24 Stunden andauerten. In der Jugendherberge seien die Beschwerdeverläufe alle sehr leicht gewesen und schon nach wenigen Stunden wieder abgeklungen.