Nach einem Jahr Pause hatte der Hans-Club Eisenhüttenstadt/Frankfurt im Rahmen des Stadtfestes wieder zum Wirtschaftsfrühschoppen eingeladen. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl sollte die Möglichkeit bestehen, sechs Direktkandidaten für den Bundestag über ihre Vorstellungen zur Wirtschaftsregion Eisenhüttenstadt/Frankfurt zu befragen. Moderator Ulrich Junghanns, Präsident des Hanse-Clubs und selbst für die CDU jahrelang im Bundestag aktiv, hob die Bedeutung Eisenhüttenstadts als Wirtschaftsstandort im Wahlkreis der sechs Kandidaten hervor. Er mahnte verlässliche Rahmenbedingungen an. Dem stimmte Martin Patzelt (CDU) zu: "Eisenhüttenstadt ist der stärkste Anker für die Entwicklung in der Region." Dieser dürfe nicht gelockert werden. Man dürfe nicht zulassen, dass Industrie den Standort verlasse, weil im weltweiten Wettbewerb die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmen.
Thomas Nord (Die Linke) stimmte - wie auch später die anderen Kandidaten - der Analyse zu. Er mahnte, mehr für Forschung und Entwicklung zu tun. Auch bei der Infrastruktur gibt es Nachholbedarf: "Es war eine Fehlentscheidung, dass man die A12 nicht gleich sechsspurig ausgebaut hat."
Lars Wendland (SPD) nannte wie Thomas Nord das wichtige Thema Wasserstraße. Der Oder-Spree-Kanal soll abgestuft werden, wogegen Wendland sich ausspricht. Auch hob er die Bedeutung der Energiefrage hervor.
Jörg Gleisenstein griff das Energie-Thema auf. Man stecke mitten in einer industriellen Revolution und der Frage, wie man effektiv und klug mit Energie umgehe. "Der Stahl wird auch bei der Energiewende eine große Rolle spielen", sagte der Bündnis-Grüne. "Es kommt auf Innovation an."
Martin Hampel (Piraten) mahnte an, neben den Wachstumskernen nicht die Peripherie zu vergessen. "Wir müssen die Projekte mehr in die Breite tragen."
Rolf Offermann (FDP) schlug nach dem Niedergang der Solarindustrie im Grenzbereich eine Sonderwirtschaftszone vor. Er erntete dafür aber Widerspruch von Ulrich Junghanns: "Das Thema ist durch."
Eine wichtige Rolle spielten auch die ständig steigenden Energiekosten, die vor allem auch energieintensive Unternehmen wie ArcelorMittal treffen. Wo Unternehmen wegen der Energiepreise gefährdet seien, müsse man auch Ausnahmetatbestände schaffen, forderte Martin Patzelt. Thomas Nord sagte derweil, dass die Bürger nicht noch stärker belastet werden dürften. Selbst Jörg Gleisenstein sprach sich für Ausnahmen aus, allerdings nur für exportorientierte Unternehmen, da es die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) außer bei uns in Europa nicht gebe.
Wegen der wachsenden Kriminalität plädierte Rolf Offermann für die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Dem widersprachen die anderen Kandidaten. Lars Wendland will lieber, dass deutsche und polnische Polizei besser zusammenarbeiten.
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Hanse-Club Eisenhüttenstadt/Frankfurt lud ein