Sie sind deutlich größer, schwerer und kräftiger als die hierzulande typischen Hauskätzchen, wissen sich trefflich zu wehren und Hunde haben bei ihnen nur selten wirklich was zu lachen: Sibirische Waldkatzen sind so etwas wie die Riesen unter den Hauskatzen. Bis zu 1,20 Meter lang können sie werden, bis zu 9 Kilogramm auf die Waage bringen. Und wenn sie nicht so ein schönes buschiges Fell hätten, würde man gut sehen können, wie muskulös ihre Körper sind.
Genau deshalb – weil die Tiere so groß, kräftig und wehrhaft sind – hatte sich Renate Jüttner vor vier Jahren dafür entschieden, einer Sibirischen Waldkatze ein neues Zuhause zu geben. Die Müllroserin hatte damals bereits zwei Haustiere, zwei Hunde. Und wer Hunde und deren Verhältnis zu Katzen kennt, der weiß: Die Redensart, zwei Menschen seien wie Hund und Katze, kommt nicht von ungefähr.

Hunde lernen schnell Respekt

„Ich wollte eine größere Katze haben, weil ich sicher sein wollte, dass meine beiden Hunde mit der Katze klarkommen“, erzählt Renate Jüttner. Und da es hierzulande kaum größere Hauskatzen gibt als die Waldkatzen, hatte sie sich für eine Sibirische Waldkatze entschieden. Es sollte aber nicht irgendeine sein, sondern eine, die in einer Tierschutzeinrichtung betreut wird. In einer solchen Einrichtung in Bayern fand sie damals, 2018, schließlich ein solches Tier und holte es nach Brandenburg. Zwei Jahre alt war das Tier damals.
Und wie erhofft zeigte die Sibirische Waldkatze nach ihrem Einzug in Müllrose den beiden Hunden sofort, dass sie alles andere ist als ein kleines Hauskätzchen, das man durchs Haus jagen kann. „Das hat gut funktioniert“, weiß Renate Jüttner noch heute. „Als die Katze eingezogen ist, wollten meine zwei Hunde auf sie losgehen. Da hat sie zweimal ausgeholt, jedem eine ,gewatscht‘, und schon war die Sache geklärt.“ Soll heißen: „Danach war sie der Chef.“

Kuscheln mit dem Rüden

Was aber nicht bedeutet, dass sich die Katze und die Hunde – ein Rüde und eine Hündin – ab sofort aus dem Weg gegangen wären. Ganz im Gegenteil. „Sie sind gut miteinander klargekommen, haben sich gemocht“, erzählt ihre Besitzerin. „Mit dem Rüden hat sie auch sehr gern gekuschelt.“ Was mal wieder beweist: Sind die Fronten ein für allemal geklärt, lässt es sich prima miteinander auskommen. „Die Leni“ – so heißt der getigerte Riese – „ist eine ganz, ganz liebe. Mit mir hat sie auch sehr gern geschmust.“

Durch die offene Tür entwischt

Seit gut zwei Monaten können der Rüde und die Sibrische Waldkatze jedoch nicht mehr miteinander kuscheln. Denn seit gut zwei Monaten ist Leni verschwunden. Die große Katze ist keine Freigängerin, sondern hat immer in der Wohnung in der Seeallee gelebt. Am 9. August dieses Jahres ist Renate Jüttner wie jeden Tag mit ihren beiden Hunden Gassi gegangen – und da ist es passiert. „Ich habe nur einmal kurz nicht aufgepasst – da ist Leni durch die Tür entwischt“, erzählt die Müllroserin traurig.
Sie habe sofort nach der Sibirischen Waldkatze gesucht, berichtet Renate Jüttner. In der Seeallee, in der Siedlung nahe ihrem Wohnhaus, in benachbarten Straßen, beinahe in ganz Müllrose. Unterstützung bekam sie durch eine Tierschützerin, die in der Stadt lebt. „Wir haben in der Nachbarschaft geklingelt, wir haben Zettel verteilt, wir haben überall gesucht. Wir haben auch bei Tierärzten nachgefragt und in den Tierheimen – leider ohne Erfolg.“

Wem ist die Katze zugelaufen?

Sie gehe davon aus, dass ihre Leni bei anderen Katzenfreunden vorübergehend ein neues Zuhause gefunden hat. „Ich hoffe sehr, dass sie nicht irgendwo im Wald ist“, sagt Renate Jüttner, „und ich hoffe auch sehr, dass niemand sie bewusst mitgenommen hat.“ Möglicherweise ist das große Tier jemand zugelaufen und wird dort zurzeit gefüttert und betreut. „Ich vermisse meine Leni sehr. Ich möchte sie zurückbekommen.“

Auffälliger weißer Hals

Mithilfe dieser Zeitung bittet Renate Jüttner darum, ihr bei der Suche behilflich zu sein. Damit ihre Sibirische Waldkatze wieder nach Hause zurückkehren kann. Die Katze ist sehr groß und ist dreifarbig: Ihr Fell ist weiß und braun und hat kleine schwarze Flecken. Besondere Merkmale sind der großflächig weiße Hals und das weiße Bauchfell. Das Tier hat einen Transponder, einen eingepflanzten Mikrochip. Auf dem Internetportal tasso.net wurde eine Suchanzeige geschaltet.
Wer die Katze gesehen hat oder sie vielleicht sogar bei sich zu Hause aufgenommen hat, wird gebeten, sich über die Telefonnummer 0173 6382122 bei Renate Jüttner zu melden.