Doch das Projekt hat inzwischen sehr konkrete Formen angenommen. Zusätzlichen Schub gab es noch einmal in der vergangenen Woche. Axel Vogel, Minister für Umwelt und Landwirtschaft überbrachte einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro mit dem der Neubau der evangelischen Kita mit finanziert werden soll. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm Leader.
Dass das Agrarumweltministerium den Neubau einer Kindereinrichtung mit finanziert und nicht etwa das Bildungsministerium, scheint nur auf den ersten Blick verwunderlich zu sein.  "Mit Leader fördern wir ländliche Entwicklung und damit Zukunft. Investitionen in Kinder und ihre Bildung ist da ein ganz wichtiger Baustein", sagte Minister Axel Vogel bei der symbolischen Übergabe des Fördermittelbescheids. Zudem steigere ein verbessertes Betreuungsangebot die Attraktivität und die Lebensqualität besonders für junge Familien im ländlichen Raum.
Attraktivität und Lebensqualität scheint es in Müllrose und dem Amt Schlaubetal zu geben. Zumindest konnte Bürgermeister Thomas Kühl von einem stetigen Einwohnerwachstum seit 1991 berichten. Was die Kita-Plätze anlange hinke man sogar den Prognosen hinterher. Die Stadt wird im August an ihrer Kita einen Erweiterungsbau übergeben mit 30 zusätzlichen Plätzen. Neben dieser kommunalen Einrichtung und der privaten auf dem Gut Zeisigberg freut sich Kühl, dass es mit der evangelischen Kirche in Müllrose einen weiteren Träger für eine Kindereinrichtung gibt. "Es ist ein tolles Angebot, das uns da als Stadt gemacht wird", sagte er mit Bezug auf den Kita-Neubau.
Christliches Menschenbild
"Mit den 60 Plätzen, die wir hier errichten werden, wird eine Bedarfslücke an Kitaplätzen für das Amt Schlaubetal geschlossen", sagte Brigitte Kubica, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Müllrose. 20 Plätze seien für Kinder unter drei Jahren. "Die Daseinsvorsorge wird verbessert." Aber die Kirchengemeinde errichtet nicht nur eine bauliche Hülle, sondern setzt inhaltlich auch eigene Akzente, wie Brigitte Kubica erklärte: "Das pädagogische Konzept für unsere Kita ist vor allem geprägt von dem christlich geprägten Menschenbild. Bildung und Erziehung zur Gesundheitsförderung, zur Bewahrung der Schöpfung sowie die musikalische Früherziehung sollen die Inhalte und Schwerpunkte sein." Sie betonte aber auch: "Die evangelische Kita ist selbstverständlich offen für alle Kinder unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit."
Der Neubau, der auf einem kirchlichen Grundstück, wo vorher Kleingärten waren, entsteht, ist wie folgt aufgeteilt: Der U-3-Bereich besteht aus zwei Gruppenzimmern, einem Schlaf- sowie einem Toiletten-/ Waschraum und zwei Garderoben. Im weiteren Kita-Bereich gibt es vier Funktionsräume, zum Beispiel für Darstellen und kreatives Gestalten mit Werkbank und Staffelei, für Mathematik und Naturwissenschaften mit vielen Naturmaterialien, für Sprache und soziales Le-ben mit Puppenecke, Kaufmannsladen, vielen Büchern und Kuschelecke und einen großen Raum für Sport und Bewegung mit Kletterwand, der auch als Schlafraum genutzt wird. Die Kindertagesstätte bekommt ein Kinderrestaurant, also einen Essensbereich, der wie alle Räume barrierefrei sein wird. Die Gruppenräume mit großzügigen Fenstern haben einen Ausgang zur Freifläche.
Insgesamt werden rund zwei Millionen Euro investiert, rund 500 000 Euro davon bringt die evangelische Kirche auf. Zwölf Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Fertigstellung ist für nächstes Jahr vorgesehen.