Die Wildschäden, der Milchpreis und die geplanten Windkraftanlagen - dies waren die zentralen Themen bei der Visite in der Agrargenossenschaft Müllrose. Dort begrüßten Torsten Lehmann und Katrin Hirschfeld die Gäste. Landrat Manfred Zalenga wurde bei der Reise unter anderem von Max Krüger, Leiter des Landwirtschaftsamt des Landkreises Oder-Spree, sowie von Hartmut Noppe, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, und von Verbandsgeschäftsführerin Ruth Ulbrich begleitet.
Wie Torsten Lehmann berichtete, bewirtschaftet das Unternehmen mit neun Beschäftigten rund 600 Hektar Nutzfläche. Davon werden etwa 500 Hektar als Ackerland und etwa 100 Hektar als Grünflächen genutzt. Im Stall der Genossenschaft stehen 150 Milchkühe, ein Tier liefere im Durchschnitt jährlich 8500 Liter Milch. Der Preis sei in den vergangenen Monaten stark gesunken, "der ist für uns nicht mehr ausreichend", kritisierte Torsten Lehmann.
Ein weiteres großes Thema waren die Schäden durch Schwarz- und Rotwild. Über dieses Thema habe man zwar auch schon in den vergangenen Jahren gesprochen, gleichwohl seien die Zerstörungen in diesem Jahr noch gravierender, sie seien inzwischen "existenzbedrohend", erläuterte Katrin Hirschfeld.
Die Agrargenossenschaft habe ihre Schäden den zuständigen Stellen gemeldet und in Schreiben an den Kreis-Bauernverband und die Jäger-Vereinigungen auf ihre Not aufmerksam gemacht. "So haben wir in Müllrose mit Detlef Meine, dem Ob-Mann der Jäger, gesprochen", erläuterte Torsten Lehmann. Er forderte eine deutliche Erhöhung der Abschuss-Zahlen.
Manfred Zalenga sicherte seine Unterstützung zu. Er könne aus eigenen Erleben diese Beschreibungen bestätigen. Bei ihm vor der Haustür habe er neuerdings ein Rudel Hirsche mit mehr als 80 Tieren auf der Wiese vor dem Wald gesehen.
Zalenga erkundigte sich auch nach der Meinung der Müllroser zu der geplanten Windkraftanlage östlich der Ortsumgehungsstraße. Die Stadt habe vor zwei Jahren in dieser Sache bei der Landkreis-Verwaltung "mächtig Druck gemacht", Müllrose konnten die Planungen nicht schnell genug gehen, erläuterte er. Torsten Lehmann und Katrin Hirschfeld antworteten, dass damals viele in der Stadt das Vorhaben, einen Windkraft-Park bei der B 87 zu errichten, unterstützten. "Das wäre ganz in unserem Sinne gewesen", sagte sie. Viele Landeigentümer waren sehr an einem Windkraft-Park interessiert, denn dies würde ihnen eine jährliche finanzielle Entschädigung bringen.
Manfred Zalenga erwiderte, dass viele Landeigentümer schon die Dollar-Zeichen in den Augen hatten. Auch Müllrose sei "ganz happy" gewesen, dass dort diese Türme entstehen sollen. Inzwischen aber habe sich die politische Stimmung im Ort geändert, erläuterte Katrin Hirschfeld, jetzt gebe es in Müllrose starke Vorbehalte gegen den geplanten Windpark.
Manfred Zalenga würdigte abschließend den Einsatz der viele "engagierten Mitarbeiter" in den Betrieben. Die landwirtschaftlichen Firmen seien in der Region der größte Arbeitgeber. Er bedauerte, dass der Landwirtschaft durch den Konflikt zwischen Russland und der EU zu leiden habe, denn das russische Einfuhrverbot für landwirtschaftliche Erzeugnisse treffe auch Betriebe in der Region.
Neben der Müllroser Agrargenossenschaft wurden an diesem Tag auch die Fürstenwalder Vieh- und Fleisch GmbH Briesen sowie die Firma Otto Engel & Söhne GbR in Buchholz besucht.