Im kommenden Jahr sollen "70 Jahre Stadt und Werk" gefeiert werden. Anlässlich des Jubiläums sind mehrere besondere Veranstaltungsangebote vorgesehen. Damit solle auch die Vielfältigkeit und Attraktivität des kulturellen Schaffens und der sportlichen Aktivitäten in der Stadt Eisenhüttenstadt in den Fokus gerückt und vorgestellt werden, heißt es in einem Beschluss, der jüngst von den Stadtverordneten mehrheitlich verabschiedet wurde.
Höhepunkt soll demnach das Jubiläumsfest vom 28. bis 30. August sein. Die Konzepte für den Veranstaltungskalender und das Jubiläumsstadtfest sollen im Ausschuss für Kultur und Sport vorgestellt werden. Mit welchen Kosten für die Stadt zu rechnen ist, davon war in der Beschlussvorlage keine Rede. Vielmehr wird die Verwaltung beauftragt, im Rahmen der Haushaltsplanung einen Finanzplan vorzulegen.
Die ungeklärten finanziellen Auswirkungen hatte Erich Opitz, Fraktionsvorsitzender von Bürgervereinigung Fürstenberg (Oder)/Die Piraten, dazu veranlasst, den Beschluss zu verschieben. Gleichzeitig übte er Kritik an den Dimensionen des Stadtfestes. "Ich kenne keine vergleichbare Stadt, die ein so großes Fest feiert", sagte er. Vielmehr schiebe die Stadt seit Jahren viele Probleme vor sich her, die wegen Geldmangel und Verschuldung nicht gelöst werden können. Bürgermeister Frank Balzer argumentierte, dass die Verwaltung den Grundsatzbeschluss benötige, um in Ruhe die Veranstaltungen vorbereiten zu können. mit ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH) gibt es schon Gespräche zu dem Jubiläum.
Kosten sind nicht öffentlich
Betram Kahlisch (Bürgervereinigung Fürstenberg (Oder)/Piraten) fragte kritisch an, was denn das Besondere an 70 Jahren Stadt und Werk sei, dass das so groß gefeiert wird. "Gemeinden und Städte feiern in der Regel alle 50 Jahre oder alle 25 Jahre." Frank Balzer schätzt die Bedeutung anders ein: "Für eine junge Stadt sind 70 Jahre ganz schön. Und klar, wir werden auch 80 Jahre Stadt und Werk feiern."
Erich Opitz zeigte sich auch deshalb kritisch, weil nicht klar ist, was das Stadtfest in diesem Jahr gekostet hat, vor allem wie viel Geld städtische Unternehmen beigesteuert haben und wie viele Sachleistungen. "Wenn wir heute die Beschlussvorlage beschließen, dann ist das Absaugen aus städtischen Betrieben wieder vorprogrammiert", erklärte Opitz. Was aber bei Frank Balzer ein entschiedenes "nein"  hervorrief.
Erich Opitz legte einen umfangreichen Fragenkatalog vor, der sich mit der Finanzierung des Stadtfestes beschäftigt und vor allem finanzielle Auswirkungen für den städtischen Haushalt und städtische Unternehmen zum Inhalt hat. Man wolle keine Auskunft über die privaten Spenden. "Uns geht es um allgemeine Sachen, wie viel zum Beispiel städtische Unternehmen leisten." Er schätzt, dass das Stadtfest mindestens 500 000 Euro gekostet hat.
Frank Balzer sagte zu, dass die Fragen beantwortet werden, allerdings im nicht öffentlichen Teil des Ausschusses für Kultur und Sport. In seinem Bericht zu Beginn der Stadtverordnetenversammlung lobte er derweil noch einmal das diesjährige Fest. In diesem Jahr sei es gelungen, sehr, sehr viele Vereine und Ehrenamtliche zu animieren, dass das fest eine tolles Ereignis geworden sei. Das passt allerdings nicht so ganz zur Kritik von Günter Fromm vom Verein Help, die er in der Stadtverordnetenversammlung anbrachte. Denn im Gegensatz zu den Vorjahren erhielt der Verein keinen Stand – ohne Gründe.

Die Finanzierungdes Stadtfestes


Das Stadtfest wird vorwiegend über Sponsorengelder finanziert. Die Stadt hat, wie in den Vorjahren, in diesem Jahr einen Betrag von 60 000 Euro beigesteuert. Stadtsprecher Frank Eckert versichert, dass kein weiteres Geld aus dem städtischen Haushalt geflossen sei. Wie viel die städtischen Unternehmen gezahlt haben, wird öffentlich nicht gesagt. In diesem Jahr sind die Hälfte der Hauptsponsoren städtische Unternehmen, die Gebäudewirtschaft und die Stadtwerke. Der dritte Hauptsponsor, die VEO, ist zu 49 Prozent ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Eisenhüttenstadt GmbH. lö