Ein Laborbefund habe bestätigt, dass der tot aufgefundene Rotmilan durch Giftköder getötet worden ist, teilte die Pressestelle des Landkreises Oder-Spree am Donnerstag mit. Die Kreisverwaltung habe daraufhin in dieser Woche Strafanzeige erstattet. "Aus den Fundumständen, insbesondere aus dem Auffinden des Vogels in Rückenlage mit aus dem Schnabel herausragenden Nahrungsresten, hatte sich ein erster Verdacht für eine Vergiftung ergeben."
Die Finder hätten den Vogel geborgen und die staatliche Vogelschutzwarte informiert. "Die untere Naturschutzbehörde und das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Kreisverwaltung haben dann die nähere Untersuchung im Landeslabor veranlasst", heißt es in der Mitteilung weiter. "Die zwischenzeitlich vorliegenden Untersuchungsergebnisse haben den Vergiftungsverdacht erhärtet. Der Kropfinhalt und die darin festgestellte Wirkstoffkonzentration legen nahe, dass gezielt präparierte Giftköder ausgelegt wurden."
Es sei ein Fraß- und Kontaktgift verwendet worden, das in der EU nicht zugelassen ist und bereits bei Hautkontakt auch für den Menschen gefährlich werden kann", informiert die Kreisverwaltung. "Vor dem Berühren verdächtiger Fleischstücke wird daher ausdrücklich gewarnt und um Meldung entsprechender Beobachtungen an das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt oder an die untere Naturschutzbehörde gebeten." Ungeklärt sei bisher, ob der Rotmilan oder Greifvögel allgemein das Ziel des Giftanschlags waren oder der Vogel nur zufälliges Opfer eines Versuchs wurde, Hunde, Katzen oder Beutegreifer wie Marder, Fuchs oder Wolf zu vergiften. "Eine erhebliche Gefährdung aller wildlebenden Tiere oder freilaufender Haustiere, aber auch von Menschen, die mit den Giftködern in Kontakt kommen könnten, wird durch den oder die Täter in Kauf genommen", stellt die Kreisverwaltung fest.

Täter mit krimineller Energie

"Bereits die Beschaffung des Giftes und nicht weniger die für Wildtiere zugängliche Platzierung der Giftköder setzt eine beachtliche kriminelle Energie voraus", wird betont. "Es wurde daher wegen Verstoßes gegen das Chemikaliengesetz, das Tierschutzgesetz, wegen der vorsätzlichen Tötung wildlebender Tiere streng geschützter Arten sowie Jagdwilderei Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft erstattet."
In der Vergangenheit waren nahe Mixdorf mehrfach Bäume, auf denen Rotmilane ihre Horste hatten, abgesägt worden.
Kontakt Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Oder-Spree: Tel. 03366 351901, veterinaeramt@l-os.de; untere Naturschutzbehörde: Telefon 03366 351671, umweltamt@l-os.de