„Wir haben uns entschlossen, einen Kulturmonat zu machen.“ Dorothee Schmidt-Breitung, die zu den Eigentümern der Kajüte GbR in Ratzdorf gehört, strahlt schon jetzt übers ganze Gesicht, wenn sie an die kommenden vier Wochenenden denkt. Das Motto lautet Oderdamm-Konzerte. Denn die vier Veranstaltungen finden allesamt unter freiem Himmel statt. Das gab es so noch nie. „Wir machen das wegen der Corona-Regeln“, sagt sie. Genutzt werden die 350 Quadratmeter Wiese neben der urigen Kajüte. Ein Teil davon wird überdacht, sodass auch ein kleiner Regenguss niemandem die Laune verderben kann. Außerdem gibt es einen Thekenbereich und Bühnenelemente.

Kultur soll nicht sterben

„Wir wollen einfach zusammen Kultur genießen. Die Kultur soll ja nicht sterben“, betont Dorothee Schmidt-Breitung. Normalerweise hätte die Kajüte einmal im Monat zu einer Veranstaltung eingeladen. Aber normal ist in diesem Jahr nun mal gar nichts. „Wir machen das jetzt jedes Wochenende, weil es draußen ist und das Wetter letztlich auch nicht besser wird.“
Ein paar geplante Höhepunkte musste sie bereits absagen, beispielsweise den 20er-Jahre-Ball. Da wäre das Orchester zu groß gewesen und der damit verbundene Tanz aufgrund der Hygiene- und Abstandsregeln nicht erlaubt. „Manches geht jetzt nicht, wir backen kleinere Brötchen und hoffen, dass wir uns erhalten bleiben.“ Ein weiteres Konzert vom November wurde auf den Mai im nächsten Jahr verlegt.

Näher beisammen trotz Abstand

Das, was jetzt geplant ist, soll aber durchgezogen werden. Los geht es an diesem Sonnabend mit Marlen und Los Testamentos. „Die machen groovigen Beat und frei interpretierte Popsongs“, verrät Dorothee Schmidt-Breitung und zitiert gleich noch einen Satz aus dem aktuellen Video der Musiker: „Wir rücken näher zusammen, aber 1,50 Meter Abstand müssen sein.“ Um 17 Uhr geht die Livemusik am 19. September los. Aber ab 15 Uhr gibt es bereits Kaffee, Kuchen und Bier.
Eine Woche später, am 26. September, wird das Oderdamm-Konzert vom Zupfstreichorchester Guben gestaltet. Dabei handelt es sich um ein gemischtes Laienorchester der Musikschule. „Ich bin froh, dass das geklappt hat. Die sind nämlich herrlich, machen Pop und Rock.“ Um 18 Uhr geht das Konzert los, der Biergarten wird bereits ab 15 Uhr zum Verweilen einladen.

Anarchistische Musikwirtschaft zu Gast

Zum 3. Oktober, dem Tag der Einheit, gibt es ein Einheizkonzert. „So haben wir das einfach mal genannt“, erklärt die Veranstalterin mit einem Schmunzeln. Denn sie weiß, dass die, die da auf der Bühne stehen, dem Publikum mächtig einheizen werden. Die Sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft ist in Ratzdorf längst keine unbekannte Truppe mehr. Über deren legendären Auftritte wird noch heute gesprochen. Diesmal beginnt ihr Konzert bereits um 17 Uhr.
Und zum Finale am 10. Oktober ist das Theater89 an der Kajüte. Das werde ein Abend mit Texten über die Oderschifffahrt, das Hochwasser und die Menschen an der Neißemündung, sagt Dorothee Schmidt-Breitung. Doch die Schauspieler des deutsch-polnischen Projektes kommen nicht allein, sondern bringen die Band The Rathmines, den Chor Kameralny Adoramus aus Slubice und die Singakademie Frankfurt mit.
Der Biergarten öffnet an allen Samstagen um 15 Uhr. Der Eintritt kostet 8 bis 10 Euro. „Das entscheiden die Besucher“, heißt es aus der Kajüte. Für Schüler sei ein extra Preis möglich.

Reservierungen unter gastundtanzwirtschaft@gmail.com