„Chance Denkmal. Erinnern, Erhalten. Neu denken!“ Das ist das Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals. Hinter der bundesweiten Koordination steht seit 1993 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. An diesem Sonntag ist es wieder soweit, dann werden wie schon in den Vorjahren viele, viele historische Stätten öffnen, und zwar größtenteils bei freiem Eintritt. „Tauchen auch Sie ab in Welten, die sich dem Alltag unterscheiden. Erkunden Sie ein Gebäude, das Sie sooft in der Eile links liegen lassen haben. Denn jedes Denkmal ist ein wahrer Wissensspeicher und birgt sein ganz eigenes Geheimnis“, heißt es auf der Internetseite des Aktionstages.

15 Sonderführungen in Neuzelle

Dort sind bislang knapp 40 Veranstaltungen für ganz Brandenburg gemeldet. Allerdings suchte man dort bis Mittwoch vergeblich nach den Angeboten in Oder-Spree, dabei wird hier am Sonntag einiges geboten. Allein die Stiftung Stift Neuzelle bietet 15 Sonderführungen zu elf verschiedenen Themen an.
Neuzelle hat viel zu bieten, viele Denkmäler laden zur Besichtigung ein.
Neuzelle hat viel zu bieten, viele Denkmäler laden zur Besichtigung ein.
© Foto: Janet Neiser
Zudem gibt es mehrere Aktionen. Aber auch in Eisenhüttenstadt sowie in Müllrose, Beeskow und Friedland beteiligen sich Einrichtungen am Tag des Denkmals. Damit Sie, liebe Leser, einen Überblick über die interessanten Angebote erhalten, haben wir hier einen Überblick für Sie.

Kunst und Geschichte vereint

In der historischen Planstadt, die in diesem Jahr ihren 70. Geburtstag feiert – gemeinsam mit dem Werk – gibt es zwei mögliche Anlaufpunkte. So wird das denkmalgeschützte Städtische Museum in der Löwenstraße geöffnet haben. „Obwohl sonntags regulär geschlossen ist, heißen wir zu diesem besonderen Tag unsere Besucher willkommen“, sagt Museumsleiterin Maria Wundersee. Von 13 bis 17 Uhr können sich Besucher sowohl die beiden aktuellen Kunstausstellungen von Otto Schutzmeister (1920-1985) und Matthias Steier als auch die ständige historische Ausstellung ansehen.
Kunstwerke von Otto Schutzmeister in Eisenhüttenstadt
Kunstwerke von Otto Schutzmeister in Eisenhüttenstadt
© Foto: Janet Neiser
In dieser geht es unter anderem um die Entstehung von Stalinstadt. Aber beispielsweise wird auch das Kapitel Zweiter Weltkrieg und Stammlager III B beleuchtet. Denn die Geschichte des heutigen Eisenhüttenstädter Ortsteils Fürstenberg reicht weiter zurück als 70 Jahre.

Die Planstadt bietet ungewohnte Einblicke

Damit sind wir auch gleich beim Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR. Dieses lädt am Sonntag gemeinsam mit der Astrid-Lindgren-Grundschule und der Pestalozzischule zu einer speziellen Stadtführung ein. Die Führung beginnt um 13 Uhr am Platz des Gedenkens, der vielen noch als Platz der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft bekannt ist. Was dieser Platz mit dem einstigen Kriegsgefangenenlager Stalag III B zu tun und welche Funktion er heute hat, das wird man dort erfahren. Im I. Wohnkomplex der Stadt entstand als Randbebauung des Platzes auch die erste Schule, die nach der Wende den Namen „Astrid Lindgren“ erhielt.
Die Astrid Lindgren-Grundschule in Eisenhüttenstadt
Die Astrid Lindgren-Grundschule in Eisenhüttenstadt
© Foto: Janet Neiser
Dort werden am Sonntag Wandbilder sowie zwei Lehrkabinette mit historischer Ausstattung gezeigt. Angrenzend an die Schule steht der erste Kindergarten der Stadt, die heutige Pestalozzischule. Dort können sich die Teilnehmer der Führung den Eulenspiegelbrunnen von Herbert Naumann ansehen. Da der Rundgang teilweise im Innenraum stattfindet, ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aufgrund der Corona-Regeln geboten.

Milorad führt durch Müllrose

In Müllrose wird es am Sonntag einen speziellen Stadtspaziergang geben. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Haus des Gastes. „Das Besondere an diesem Rundgang wird sein, dass Milorad, der Namensgeber von Müllrose, spannende Geschichten über seine Zeit in der Drei-Seen-Stadt erzählt“, teilt das Heimatmuseum im Haus des Gastes mit.
Milorad, Namensgeber von Müllrose, wird beim Stadtspaziergang spannende Geschichten erzählen.
Milorad, Namensgeber von Müllrose, wird beim Stadtspaziergang spannende Geschichten erzählen.
© Foto: Haus des Gastes
Die Teilnehmer schauen hinter die Kulissen und erfahren an ausgewählten Orten Wissenswertes über verborgene und längst vergessene Ereignisse der über 750-jährigen Stadtgeschichte. Erwachsene zahlen für den Stadtspaziergang 3 Euro. Um eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 033606-77290 wird gebeten. Das Heimatmuseum bleibt aufgrund von Baumaßnehmen geschlossen.

Offizielle Eröffnung des Landkreises in Friedland

Auf der Burg Friedland findet die offizielle Eröffnung des Denkmaltags im Landkreis Oder-Spree statt. Um 11 Uhr ist Beginn. Um 12, 13 und 14 Uhr werden Burgführungen angeboten. Aufgrund des Infektionsschutzes ist die Teilnehmerzahl jeweils auf zehn Personen begrenzt. Auf einem Bildschirm zwischen den Räumen läuft ein Imagefilm, der zeigt, wie die Streleburg seit 2004 wieder schick gemacht wurde.
Auf der Burg Friedland gibt es viel zu entdecken.
Auf der Burg Friedland gibt es viel zu entdecken.
© Foto: Jörn Tornow

Freier Eintritt ins Salzhaus

Zu kostenfreien Rundgängen lädt die Burg Beeskow um 10, 12 und 14 Uhr ein – unter anderem an Orte, die ansonsten nicht öffentlich sind. Zudem wird freier Eintritt in Bergfried und Salzhaus gewährt. Das Musikmuseum bietet um 11, 13 und 14 Uhr gratis Kurzführungen an. Die Personenzahl ist jeweils begrenzt. Die regulären Führungen durch das Kunstarchiv um 11, 12.30, 14 und 15.30 Uhr laufen nur mit Voranmeldung und sind nicht kostenfrei.
Die Burg Beeskow ist ein oft besuchtes Denkmal.
Die Burg Beeskow ist ein oft besuchtes Denkmal.
© Foto: Jörn Tornow

Neuzelle ist reich an Schätzen

Das wohl umfangreichste Angebot zum Tag des offenen Denkmals gibt es in Neuzelle. Dort wird das Strohhaus im Slawengrund Besucher empfangen. Die können sich dann von 11 bis 16 Uhr nicht nur in dem denkmalgeschützten Haus umsehen, sondern werden auch mit selbst gebackenem Russischen Zupfkuchen und einem Hefekuchen verwöhnt. Natürlich gelten die Abstands- und Hygieneregeln, teilt Sabine Reichhardt mit.
Edeltraud Will in der Museums-Wohnstube des Strohhauses
Edeltraud Will in der Museums-Wohnstube des Strohhauses
© Foto: Gerrit Freitag
Im und rund ums Neuzeller Kloster werden am  Sonntag reichlich spannende Geschichte(n) aufgetischt. Zwölftklässler des Campus der Rahn-Schulen präsentieren im Kalefaktorium des Kreuzgangs um 14 und 15.30 Uhr das Projekt „Heimat zwischen Cyberraum und Wohnzimmer“. Im Rahmen eines Kurses mit Dorothee Schmidt-Breitung haben sie sich mit ihren Vorfahren und dem Thema Heimat filmisch auseinandergesetzt. Die Neuzeller Klosterwinzer präsentieren ihre Weinstöcke und bei der Wilden Klosterküche kann man vorab einen Picknick-Korb per Mail bestellen.

Bitte vorab anmelden

Nach Angaben der Stiftung Stift Neuzelle wirken sich die Corona-Maßnahmen auf die Durchführung des Aktionstages aus. Aus diesem Grund muss man sich für die Führungen vorab anmelden. Die verschiedenen Rundgänge, die je einen Euro kosten werden, finden zwischen 11 und 15 Uhr statt und dauern zirka 45 bis 90 Minuten. Alle starten am Klosterportal.

Sonderführungen in Neuzelle


11 Uhr – Dorfspaziergang: Klosterbauten im Ort Neuzelle

11.30, 14 Uhr – Der Neuzeller Barockgarten im Wandel

12 Uhr – Die katholische Stiftskirche neu sehen: eine Lebensschule

12.30, 14.30 Uhr – Neuzeller Weinberg im Kloster

12.30 Uhr – Dorfspaziergang: zur Ortsgeschichte vom Kloster zum Strohhaus

13 Uhr – Restaurierungsprojekte in der Evangelischen Kirche

13.30, 15 Uhr – Sonderführung Orgel St. Marien

13.30, 15 Uhr – Sonderführung Dachstuhl St. Marien

14 Uhr – Kirchenführung St. Marien

14.30 Uhr – Hinter den Kulissen im Museum Himmlisches Theater

14.30 Uhr – Barockkirche im Wandel: die Kirche zum Heiligen Kreuz