Es ist eine Analyse des Ist-Zustandes, vor allem aber soll aufgezeigt werden, wo in den nächsten Jahren bei Bus- und Bahnverbindungen Änderungs- bzw. Verbesserungsbedarf besteht. Niedergeschrieben ist dies im Nahverkehrsplan des Landkreises, dessen Fortschreibung bis 2016 nun vorliegt. "Ziel ist es, das Qualitätsniveau zu halten, wenn möglich zu verbessern", sagte Ralf Günzel vom Projektzentrum für Integrierte Verkehrslösungen (PROZIV), das die Analyse im Auftrag des Landkreises erstellt hat. Wobei eine Unsicherheit die künftige Finanzausstattung ist, vor allem Änderungen bei den Zuschüssen durch das Land.
Ein wichtiger Faktor bei den Busverbindungen ist der Schülerverkehr. Nachdem in den vergangenen Jahren die Zahl der Schüler doch deutlich abgenommen hat, ist wieder ein Anstieg zu erwarten. "Der Anteil des Schülerverkehrs nimmt wieder zu, er liegt derzeit bei 54 Prozent im Gesamt- und 68 Prozent beim Regionalbusverkehr", so Günzel. Erst ab 2015 ist wieder mit rückläufigen Werten zu rechnen. Insgesamt wurden im Vergleich zu 2006 14 Prozent weniger Fahrgäste registriert, im Regionalbusverkehr liegt der Rückgang sogar bei 28 Prozent zu 2011.
Bei den beiden Stadtverkehren in Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde sollen die bestehenden Umfänge gesichert, wo nötig, auch angepasst werden. Während in der Spreestadt von einem stabilen Fahrgastaufkommen ausgegangen wird, ist dieser in der Stahlstadt rückläufig. Dort sieht der Nahverkehrsplan vor allem beim Wochenendangebot Anpassungsbedarf. In Eisenhüttenstadt gibt es am Wochenende wesentlich mehr Busfahrten. "Da ist die Bedienung doppelt so stark", sagte Günzel. Von Montag bis Freitag wird bei beiden Stadtverkehren ein 30-Minuten-Grundtakt festgelegt, am Wochenende und an Feiertagen ein 60-Minuten-Grundtakt.
Grundsätzlich macht Ralf Günzel eine hohe Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage aus. Neue Linien oder Taktverdichtung werden nicht vorgeschlagen, sind aus finanziellen Gründen auch ausgeschlossen, auch wenn die Analyse ergeben hat, dass manche Orte schwach angebunden sind. "Die Angebotshäufigkeit ist räumlich differenziert", so Günzel.
Der Nahverkehrsplan schlägt deshalb vor, zu überlegen, ob Angebote auf eine "Bedarfsgerechte Bedienung" umgestellt werden, also zum Beispiel auf Rufbusse. Fünf Rufbusgebiete wurden ausgemacht: Steinhöfel, Storkow, Heideseen-Tauche, Friedland-Schlaubetal sowie Neuzelle. Eine weitere Maßnahme, die alle Buslinien betrifft, ist der weitere Ausbau der Barrierefreiheit bei Bussen und Haltestellen.
Keinen direkten Einfluss hat der Landkreis auf Maßnahmen bei den Bahnverbindungen. Wünschenswert ist, dass die OE 35 von Fürstenwalde nach Bad Saarow bis Pieskow erweitert wird. Für den Schnellbus X403, der ursprünglich als Schienenersatzverkehr zwischen Beeskow und Fürstenwalde eingesetzt wurde, wird es wohl keinen Ersatz geben. Er wird im Dezember eingestellt.