Am 10. Oktober soll auf der Müllroser Festwiese das Leseufo des Landkreises Oder-Spree landen. Von 11 bis 18 Uhr werden dann generationsübergreifend die Besucher zu einem „Jahrmarkt der Wortspiele“ eingeladen. Am Mittwoch wurde vor Ort das erste Mal geprobt, ob die Aliens überhaupt in der Lage sind, publikumswirksam an der Fahrbibliothek anzudocken und dann das Publikum nachhaltig reinzuziehen.
Die Aliens sind Andy Edelblut, Clara Gracia, Sergio Serrano, Anna Siegenthaler und Jan Theiler vom Berliner Theater Grotest Maru, deren Performance von den Regisseurinnen Heike Scharpff und Ursula Marie Berzborn sowie dem Dramaturg Lorenz Hippe gesteuert wird.
Die Besucher am Mittwoch erlebten die Probe des ersten Teils der für fünf Stunden geplanten Aufführung, als die fünf von Wellen getragenen und selbst aus Wellen bestehenden Aliens in der Nähe der Fahrbibliothek landeten und zielsicher mit ihren Schirmen den vor einem Jahr in Finnland gefertigten Bus ansteuerten.

5000 Medien in der Fahrbibliothek

In dem zwölf Meter langen Gefährt gibt es laut Fahrbibliotheks-Mitarbeiterin Susann Klose immerhin 5000 Medien auszuleihen, „das allerneueste, im Magazin haben wir noch 40 000 weitere Medien“, wie sie versichert. Die Fahrbibliothek hatten die Stunden zuvor auch schon einige Müllroser genutzt. Schließlich ist das Mobil aller zwei Wochen in Müllrose, in kleineren Orten wie Ziltendorf, Vogelsang, Treppeln oder Groß Lindow ist es einmal monatlich. Vormittags werden von einer Mannschaft Schulen und Kitas abgefahren, nachmittags kommen mit einer zweiten Besetzung dann noch die Erwachsenen in den Orten zum Zuge, in denen es keine Bibliotheken mehr gibt.

Jahrmarkt der Wortspiele

Mittels einer sogenannten Lese-Lounge soll dem Publikum beim Jahrmarkt der Wortspiele in vorrangig spielerischer Form das Erlebnis Buch und Lesen näher gebracht werden. Das wird mit Hilfe dieser Straßen-Theatergruppe, die es bereits seit 1996 in verschiedenen Besetzungen gibt, bis nächstes Jahr in großer Form auf sechs Stationen erfolgen, in Räumlichkeiten wie Kita und Schule im kleineren Rahmen insgesamt zwölfmal. Gefördert werden die Auftritte von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“.

Bedingungen vor Ort testen

Nach mehreren Proben in Berlin wollte das Team um der künstlerischen Leiterin Heike Scharpff auf der Müllroser Festwiese ausloten, wo es noch hakt beziehungsweise noch mehr zu berücksichtigen ist. Schließlich sollen die Schauspieler interaktiv mit dem Publikum in Kontakt treten.
Dafür war einiges zu überprüfen. Angefangen von den Abständen zur Technik über Umziehmöglichkeiten und der bestmöglichen Einbeziehung lokaler Mitwirkender wie das Mixdorfer Schlaubetalgetümmel mit den dann zehn bis zwölf Jugendlichen.

Auftritt in roten Kostümen

Für die Premiere im Oktober ist ein Großteil der roten Kostüme, – damit das Publikum die antimateriellen Aliens überhaupt erkennt –, zum großen Teil bereits genäht. Die Assistentin der Ausstattungsleiterin, Oxana Kazimirova, korrigierte mit einigen Nadelstichen vor Ort. „Die Kostüme sind noch im Prozess“, bekräftigt Leiterin Scharpff. Ebenso anscheinend noch einige Monologe, auch die Dialoge mit den Besuchern wirken noch nicht ausgereift.

Song-Werkstatt mit Space-Sound geplant

Auch wer nicht unbedingt mit den Schauspielern kommunizieren möchte, könnte dann dennoch auf seinen Geschmack kommen. Schließlich hat die klimatisierte Fahrbibliothek einiges zu bieten, gibt es am 10. Oktober auch eine Song-Werkstatt und bringen die durchaus auch tänzerisch gut aufgelegten Aliens auch ihren rhythmischen Space-Sound mit.
Außerdem war im Vorfeld jeder eingeladen, sich für die vorbereiteten Wortspiele mit Textbeiträgen zu beteiligen. Dabei sollte den Außerirdischen das Wesen der Menschheit nähergebracht werden. Also vom Kalenderblatt, Kochrezept, Gedicht, Comic bis hin zum Romanausschnitt war alles möglich. Für die Probe lagen bereits einige dieser nun laminierten Texte aus.