Torsten Lohs hat die erste Montagsdemonstration in der Stahlstadt am 16. August 2004 mit initiiert. Eisenhüttenstadt gehört zu den etwa 100 Orten in der Bundesrepublik, in denen heute noch regelmäßig diese Demonstrationen stattfinden. Damals waren etwa 1500 Menschen vor dem Friedrich-Wolf-Theater zusammenzukommen um gegen Hartz IV zu protestieren. "Wir wollten und wollen, dass dieses Gesetz abgeschafft wird", so Lohs. Mit diesem Vorgehen der Regierung sei die "Schnüffelei" des Staates wieder offensichtlicher und auf die Spitze getrieben worden. Versprochen worden sei die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West.
Doch der aktuelle Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung spreche eine deutliche Sprache. Deshalb hat der heutige Protest noch dieselbe Bedeutung: Die Kernfrage ist das soziale Problem in Deutschland. "Mittlerweile kommen unter anderem in Berlin die Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen, um gegen soziale Ungerechtigkeiten aber auch gegen den Missbrauch der Natur zu kämpfen", sagte Torsten Lohs. Und Lohs wird deutlicher: "Wir fordern einen Mindestlohn von zehn Euro, damit die Menschen, die arbeiten, von ihrem Einkommen leben können. Niedriglöhne und Leiharbeit müssen verschwinden." Die Menschen in ganz Europa hätten kaum eine Perspektive, wenn sie mit immer weniger auskommen müssen. Zudem fordern die Demonstranten, dass Großunternehmen zur Kasse gebeten werden. "Sie sollten sechs Prozent ihrer Umsatzsteuer in die Sozialversicherungskassen einzahlen", so Lohs. Das könnte helfen, kleine Unternehmen zu entlasten. "Wenn wir aufgeben würden, wird die Regierung nie etwas ändern", so Lohs.