Im Zuge des Aufbaus eines Besucherinformationszentrums an der Müllroser Kiezstraße gehen die Umbauarbeiten am Müllroser Heimatmuseum weiter. Am Montag sind innerhalb von vier Stunden die drei in der Wand verankerten Grabplatten entfernt worden. Laut Museumsleiterin Romy Werner werden sie in einer anderen städtischen Einrichtung untergebracht und sind vorerst für die Öffentlichkeit unzugänglich.
Hingegen werden bis Oktober in der nun seit Montag wieder enthüllten Remise die drei Kutschen zu sehen sein. So wie der Leichenwagen war auch die Remise durch die 72-stündige Begasung vom Holzwurm befreit worden.
Bald ausgelagert und dann wahrscheinlich für längere Zeit der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist ein bislang an der Treppe ausgestellter sogenannter Walzenstuhl. Hergestellt beim VEB NAGEMA Mühlenbau-Wittenberg, war dieses Gerät zunächst in der Lieberoser Mühle eingesetzt worden und später in Müllrose.
Im Inneren sind laut Werner zwei Walzen mit einem Gesamtgewicht von 500 Kilogramm. Nach mündlicher Überlieferung sei es laut Werner wohl eine Getreidequetsche, da es keine Übersetzung gebe und sich die Zahnräder im Verhältnis 1:1 drehen. „Vielleicht können wir ja noch Hinweise dazu erhalten“, hofft die Museumsleiterin.
Ob diese Getreidequetsche dann im Besucherinformationszentrum ebenfalls zu sehen sein wird, konnte Werner noch nicht verbindlich sagen. Zumindest sollen die derzeitigen 240 Quadratmeter Ausstellungsfläche dem Museum erhalten bleiben. In der künftigen Dauerausstellung wird es dann chronologisch geordnet einen Abriss der Müllroser Geschichte geben.
Ohnehin kann nur ein Bruchteil der insgesamt 35 000 Objekte gezeigt werden, die sich im Besitz des Heimatmuseums befinden.
Hingegen räumlich nicht eingeschränkt ist das Heimatmuseum bei Online-Ausstellungen und liegt damit im Trend. Derzeit läuft eine über die Berufsfotografin Ursula Raschke, die von 1963 bis 1984 ein Foto-Atelier in Müllrose betrieben hatte. Sie fotografierte den Alltag sowie Tiere und Landschaften.
Etwa 16 800 Schwarz-Weiß-Negative und über 600 Foto-Positive umfasst ihr Nachlass, der sich im Museums-Bestand befindet. Die im Depot gelagerten Aufnahmen sind innerhalb von fünf Jahren seit 2014 digitalisiert und archiviert worden. Anlässlich des 101. Geburtstages von Ursula Raschke am 23. August zeigt das Heimatmuseum 101 ihrer Fotos.
Mit diesem Online-Auftritt sprechen die Müllroser auch ein Publikum außerhalb der Region an. Die Schlaubetaler sind landesweit mit weiteren Digitalisierungs-Projekten ähnlicher Einrichtungen vernetzt.