Wo hat man das schon mal? Selbst die, die letztlich den Einzug ins Finale verpasst haben, waren am Ende glücklich. Und Groll gab es auch nicht bei denen, die das Halbfinale am Wochenende gern live verfolgt hätten, aber aufgrund der Corona-Abstandsregeln nicht durften. Finale? Halbfinale? In Eisenhüttenstadt? Genau, die Rede ist vom Förderpreis „Axel“ für junge Musiker der Axel-Titzki-Stiftung.
Nach dem famosen Auftritt der neun Teilnehmer in den Vorrunden war das Lampenfieber am Sonnabend noch mal um ein paar Grad höher. Schließlich gab es nur vier Final-Plätze für die verbliebenen sechs Bands beziehungsweise Solokünstler. „Die Stimmung im Club Marchwitza war der Hammer“, freut sich Andrea Titzki, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Und dabei redet sie sowohl vom Team und der Technik als auch vom Publikum und den Nachwuchskünstlern.

Wohlfühl-Teppich ausgerollt

Da habe alles gestimmt. „Wenn man im Marchwitza ist, fühlt sich das alles familiär an. Das ist, als wenn dir jemand eine Wohlfühldecke umhängt!“, sagt Andrea Titzki. Offensichtlich hatten auch die Nachwuchsmusiker das Gefühl, dass ihnen die Stiftung einen solchen Wohlfühl-Teppich ausgerollt hatte. So schrieben Emotional Outburst aus Oberhavel nach dem Halbfinale auf der Plattform Instagram: „Traurigerweise haben wir es nicht ins Finale des Wettbewerbs der Axel-Titzki-Stiftung geschafft. Trotzdem sind wir dankbar für die Erfahrung. Wir haben großartiges Feedback bekommen, das uns bestärkt, was unsere Musik und unsere Vision angeht. Ein Jubelschrei in Richtung Stiftung. Das ist ein großartiges Projekt ...“ Und man wird sich wiedersehen. Emotional Outburst wollen beim Straßenmusikevent der Stiftung im September spielen.
Neben den zwei jungen Musikern aus Oberhavel verpasste auch John Janzen den Einzug ins Finale. Mit dabei sind hingegen  FROK aus Frankfurt, Fis – Fehler im System aus Oberhavel, New Way to Escape aus Eisenhüttenstadt sowie Lotta aus Neuzelle. Wobei Lotta beim Finale im kommenden Jahr gleich zweimal im Scheinwerferlicht des Friedrich-Wolf-Theaters stehen wird, denn sie ist auch die Sängerin von New Way to Escape.

Professionelles Coaching

Die Finalisten bekommen in den kommenden Monaten ein professionelles Coaching: von der Band Jenny K., von  4. Stock, von Lead Pencil sowie unter anderem von Tina Söllner. Das soll sie wappnen für ihren großen Auftritt vor der Jury. Denn die wird die Performance bewerten. Bislang sorgte das Publikum dafür, ob die Reise zum „Axel“ für die Bands weitergeht oder aber zu Ende ist. Und was das Live-Publikum betrifft, da musste man am Wochenende sogar einige Besucher wieder wegschicken. Denn aufgrund der Corona-Regeln durften sich nur 75 Personen auf dem Clubgelände aufhalten.

Vorfreude auf Straßenmusik

Dass das Interesse so groß war, darüber freut sich aber nicht nur Andrea Titzki. Auch Anne Krapp vom Marchwitza war und ist noch immer begeistert. „Drei Veranstaltungen in zwei Wochen, das ging schon an die Substanz“, gibt sie zu. Wer sie kennt, der weiß aber auch, dass sie immer 110 Prozent gibt, damit alles zur Zufriedenheit der Beteiligten läuft. „Wir würden das jederzeit wieder machen, wenn man uns fragt“, betont sie. „Wir sprechen einfach dieselbe Sprache und haben dasselbe Ziel. Wenn es um Jugend und Kultur geht, dann sind wir mit dabei.“
Bei all dem Lob vergisst Andrea Titzki auch nicht die, für die es nicht für die Bühne des Friedrich-Wolf-Theaters gereicht hat: „Ihr ward ebenfalls toll, ein Teil unseres Wettbewerbs. Das ist großartig. Macht weiter. Ihr habt es drauf, daran glauben wir fest.“ Die Stiftungsvorsitzende schaut nun mit Spannung auf das  Straßenmusikevent in diesem Monat in der Lindenallee.

Straßenmusikevent: 26. September, ab 10 Uhr, in der Lindenallee; „Axel“: Am 17. April 2021 steigt das Finale des Förderwettbewerbs im Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt.