Nach wie vor ist nicht geklärt, warum 43 Kinder und ein Erwachsener in der Nacht zu Mittwoch und vor allem am frühen Mittwochmorgen über Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen geklagt haben. Die Symptome hatten dazu geführt, dass ein Großalarm ausgelöst wurde, zeitweise bis zu 18 Rettungswagen an der Bremsdorfer Mühle stationiert waren, die aber nicht benötigt wurden. Denn nur ein Kind musste wegen einer Vorerkrankung stationär eingeliefert werden. Bei den anderen Kindern verschwanden im Laufe des Vormittages die Symptome.
Was Auslöser war, ist nach wie vor noch nicht geklärt. Rutker Stellke, Leiter des kreislichen Gesundheitsamtes schloss eine Infektion aus, gab auch zur Mittagszeit am Mittwoch Entwarnung. Die Lage sei undramatisch. Unter anderem das Lebensmittelamt hat Proben genommen, die nun untersucht werden. Mit den Ergebnissen dieser und anderer Proben wird aber erst frühstens im Laufe des Freitags gerechnet.
„Wir haben vom Gesundheitsamt keinerlei Auflagen erhalten“, bestätigte auch Marcus Hirschberg, Pressesprecher des DJH-Landesverbandes Berlin-Brandenburg, zu dem auch die Jugendherberge Bremsdorfer Mühle gehört. Unabhängig davon hat die Einrichtung alle Betten abgezogen, die Matratzen und Zimmer gereinigt und desinfiziert. Auch die Küche wurde extra desinfiziert.
Der Jugendherbergsverband hat für solche Fälle eine Art Handbuch, nach dem verfahren wird. Mit der Reinigung wurde noch am Mittwoch eine Fachfirma beauftragt. Dass es zu solchen gehäuften Erkrankungen kommt sei die absolute Ausnahme, erklärt Marcus Hirschberg. Immerhin werden in den 21 Einrichtungen, die der Landesverband betreut, pro Jahr 400 000 Übernachtungen gezählt. Die Einrichtung in Bremsdorf führt auch über die Einhaltung der Hygienevorschriften Protokolle, die auch am Mittwoch von den Ämtern geprüft wurden. „Sie waren zufrieden, mit dem, was sie da vorgefunden haben“, erklärt der Pressesprecher.
Die Jugendherberge Bremsdorfer Mühle ist vor allem bei Schulklassen beliebt, weil sie mitten in der Natur liegt. Am Mittwoch befanden sich dort fünf Klassen aus Berlin und Zeuthen mit Schülern im Alter von neun bis zwölf Jahren. Deren Aufenthalt sollte eigentlich bis Freitag dauern. Vier Klassen sind vorzeitig abgereist, eine Klasse ist in der Jugendherberge geblieben. Für die folgenden Tage gibt es auch schon Buchungen.  Die Jugendherberge verfügt über 130 Betten in verschiedenen Gebäuden.