Politik kam nach der Wende
Seine Korrektheit, die ist ihm wohl in die Wiege gelegt worden, die brauchte er auch in seinem Berufsleben, das als Elektromonteur begann. Doch der Wunsch zu studieren, der blieb. Also holte Schroth an der Volkshochschule den notwendigen Schulabschluss nach und nahm ein Lehrerstudium auf. Physik war sein Steckenpferd. Das unterrichtete er nach einem Zwischenstopp in Sachsen-Anhalt zunächst in Steinsdorf, später in Neuzelle, wo er und seine kleine Familie ihre erste Wohnung in der Kruggasse hatten. Überglücklich waren sie dort, die Eheleute – bis 1974. Dann zogen sie ins selbst gebaute Haus und Schroth fand sein berufliches Zuhause in der Puschkin-POS. In dieser Zeit klopfte auch die SED bei ihm an. Er wolle doch schließlich mal Schulleiter werden, hieß es. Doch gegenüber der MOZ sagte der damals 70-Jährige: "Wenn das von einer Parteimitgliedschaft abhängig gemacht werden sollte, wollte ich das nicht."
In eine Partei trat Schroth erst im Januar 1990 ein, und zwar in die SPD. Ein halbes Jahr später wurde er im Kreis Dezernent für Jugend, Bildung und Sport und Kreisschulrat. Die Umgestaltung der Schullandschaft, die darf er sich auch auf seine Fahne schreiben. Er, der zudem Gemeindevertreter und Kreistagsabgeordneter war, setzte sich unter anderem für die Gründung eines Gymnasiums in Neuzelle ein. Gesellschaftliche Arbeit sei für ihn über alle Parteigrenzen wichtig, sagte Klaus Schroth, der von 2002 bis 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Neuzelle war. Er brauchte dieses Engagement, er wollte etwas bewegen. "Er war einer, vor dem ich wirklich Achtung hatte", sagt der jetzige Bürgermeister Dietmar Baesler.