Hinter den Kulissen wird schon seit Wochen nach einer Lösung gesucht - sollte man einfach weniger Ladung mitnehmen? Ist diese Reduzierung mit den Vorschriften vereinbar? Die Gespräche werden im Schlaubetal leise und vertraulich geführt, schließlich ist vielen Beteiligten klar, dass dies nicht gerade eine Erfolgsgeschichte ist, die man an die große Glocke hängen möchte.
Beim Neujahrsempfang der Stadt Müllrose im Schützenhaus ging Bürgermeister Detlef Meine in seinem Jahresrückblick auch auf dieses Thema ein. Der 26. Juli 2016 sei "ein großer Tag für die Feuerwehr in Müllrose beziehungsweise im Amt Schlaubetal" gewesen, denn der Gerätewagen Logistik konnte übergeben werden, "damit ein weiteres Stückchen Sicherheit für unsere Bürger." Das Fahrzeug kostete rund 240 000 Euro, frei finanziert durch den Amtshaushalt, so Detlef Meine. Daran schloss er die Forderung an, dass es für das derzeit außer Dienst gestellte Fahrzeug bald eine Lösung geben sollte.
Ein so teures Fahrzeug ist nicht einsatzbereit? Auf Nachfrage bezog der Bürgermeister eine klare Position: "Warum sollen wir über eine Verringerung der Zuladung nachdenken? Wir haben den vollen Kaufpreis bezahlt und wollen, dass wir das bekommen, was wir bestellt haben", forderte er. Das Problem sei, dass das Fahrgestell des Transporter nicht alle erforderlichen Geräte tragen kann.
Nun werden unter anderem die Fragen erörtert, was denn genau im Kleingedruckten der Bestellung stand und wer denn im Sommer 2016 bei der Übergabe die technischen Daten das Gerätewagens geprüft hat. Wie Müllroser Feuerwehrleute berichteten, sei das Fahrzeug vor der Übergabe von der Prüfstelle des Landesfeuerwehrverbandes in Borgheide untersucht und abgenommen worden.
Damals war die Stimmung gut, Ende Juli 2016 freute man sich bei der Feuerwehr des Amtes Schlaubetal über die Anschaffung. Ortswehrführer Christian Weiß und Amtsbrandmeister Heiko Schwarz konnten im Gerätehaus Müllrose den Gerätewagen Logistik 2 mit neun Rollcontainern übernehmen. Amtsdirektorin Ilka Matuschke ließ es sich nicht nehmen, dass Fahrzeug persönlich zu übergeben. Der Lastwagen, der 202 300 Euro gekostet hat, werde seinen Standort in der Ortswehr Müllrose haben, teilte die Amtsverwaltung damals mit. Für die Beladung - also Stromerzeuger, Leiter, Tauchpumpe, Schlauchboot, Schläuche - waren weitere 42 000 Euro erforderlich gewesen.
Bereits wenige Tage später absolvierte das neue Allroundfahrzeug die ersten Einsätze. Der Transporter kam bei zwei Verkehrsunfällen, zu der die Müllroser Wehr in Müllrose und in Ragow-Merz gerufen worden war, zum Einsatz. Ilka Matuschke bedankte sich damals beim Amtsausschuss, dass dieser die Mittel für die Neuanschaffung bewilligt hatte.
Die Besonderheit des Gerätewagens ist, dass sich darauf neun Rollcontainer befinden. "Durch die Rollcontainer kann das Fahrzeug sehr schnell für die unterschiedlichsten Einsätze umgerüstet werden", erklärte Ilka Matuschke. Aus Sicht der Müllroser Feuerwehrkameraden handelt es sich um ein Allroundfahrzeug.
Amtsbrandmeister Heiko Schwarz betonte am Donnerstag auf Anfrage, dass er zunächst einmal versichern will, dass die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr auch trotz dieses Ausfalles gesichert sei. Zur Sache selber könne er sich nicht äußern, da dies inzwischen ein schwebendes Verfahren sei, bei dem man Rechtsanwaltskanzleien eingeschaltet habe.
Doch wo liegt nun die Lösung, welche Position vertritt das Amt Schlaubetal? "Tatsächlich ist das Gerätefahrzeug Logistik außer Dienst gestellt worden. Grund ist die nicht mögliche volle Auslastung der Nutzlast der Ladefläche. Das Amt befindet sich in Verhandlungen mit der Herstellerfirma, um diesen Mangel beseitigen zu lassen", teilte am Donnerstag Bernd Kallweit vom Bauamt des Amtes Schlaubetal auf Anfrage mit. Mehr könne er dazu nicht mitteilen, da sowohl Amtsdirektorin Ilka Matuschke als auch ihr Stellvertreter, Steffen Mieck, sich derzeit im Urlaub befinden, berichtete Bernd Kallweit.