"Wir haben ein Messprogramm installiert", sagt Maren Schmelzer, Leiterin der Fürstenwalder Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin, zu dem auch der Bereich Eisenhüttenstadt gehört. Dazu wurden Sensoren angebracht. Die messen, ob sich die Kammerwände neigen und in welchem Maße. Mit der Technik soll erfasst werden, ob die Standsicherheit gefährdet sei oder nicht, so Maren Schmelzer.
Nordkammer wurde abgescannt
Zuvor sei die Nordkammer abgescannt worden, um sozusagen den Ist-Zustand zu erfassen und von dort aus mit Hilfe der Messergebnisse zu ermitteln, ob es Veränderungen gibt. Die Süd-Kammer wird im übernächsten Jahr mit den Sensoren ausgestattet.
Die Installation fand im Rahmen der turnusmäßigen Wartungsarbeiten statt. Alle sechs Jahre werden die Schleusenkammern in Augenschein genommen und vor allem gereinigt. Dazu wurde aus der Nordkammer das komplette Wasser abgelassen. Es besteht die seltene Möglichkeit, die imposante Dimension der Schleusenkammern in Augenschein nehmen zu können. Denn normalerweise bleibt immer ein Rest Wasser in dem riesigen Beton-Trog. 130 Meter lang und vor allem zwölf Meter tief sind die Kammern, mit deren Hilfe der Höhenunterschied zwischen der Oder und dem Oder-Spree-Kanal überwunden werden kann. Je nach Wasserstand der Oder beträgt die Hubhöhe zwischen neun und 14 Metern. Da der Oderpegel niedrig ist, muss der Schiffs-Fahrstuhl eine größere Höhe überwinden.
Auch wenn moderne Messtechnik installiert wird, so versichert doch Maren Schmelzer: Die Zwillingsschachtschleuse ist auch im 90. Jahr ihres Betriebes standsicher und nicht gefährdet.
Die Trockenlegung, die seit Mitte August galt, wurde auch dazu genutzt, den Boden und die Wände zu reinigen. Dazu war in dieser Woche extra mit Hilfe eines Krans ein kleiner Bagger auf den Grund der Schleusenkammer gehievt worden. Mehrere Container mit Schlamm und vor allem vielen Muscheln wurden abtransportiert.
Es wurde weiter geschleust
Während der Wartung war die Schleuse weiter in Betrieb. Die Schleusungen wurden über die Südkammer abgewickelt. Wobei es sich, nicht zuletzt durch das Niedrigwasser in der Oder, vorwiegend um Sportboote handelt.
Durch die Sperrung der Nordkammer konnte die besondere Betriebsart des technischen Denkmals nicht genutzt werden. Normalerweise steht eine Kammer auf Ober-, die andere auf Niedrigwasser. Beim Schleusen wird gleichzeitig in einer Kammer herauf (zu Berg) und in der anderen hinab (zu Tal) geschleust.
Durch Verbindungskanäle wird das Wasser der einen Kammer in die andere Kammer entleert. So können bis zu 50 Prozent des benötigten Wassers eingespart werden. Das ist vor allem für den Oder-Spree-Kanal wichtig. Denn alles Wasser, was aus dem Kanal zum Beispiel durch eine Schleusung verloren geht, muss unter anderem über Pumpen mit Wasser aus der Oder wieder ausgeglichen werden.