In mehreren Orten in der Region waren die Bürger aufgerufen, sich am Frühjahrsputz in ihrer Gemeinde zu beteiligen.
Siegfried Schulz überlässt nichts dem Zufall: Der Vorsitzendes des Beirates „Schöner unsere Stadt Müllrose“ und seine Mitstreiter haben auch in diesem Jahr wieder den Frühjahrsputz akribisch vorbereitet. An insgesamt 16 Objekten sah man Müllroser mit Besen und Harken werkeln. Auch die Ortsteile beteiligen sich an der Aktion, hebt Siegfried Schulz hervor. Auch wenn der Frühjahrsputz, inzwischen nach 21 Jahren eine Institution ist, muss viel vorbereitet werden. Und dass zwischen 200 und 300 Müllroser auf den Beinen sind, um ihre Stadt vom Winterschmutz zu befreien, wäre wohl nicht so denkbar, wenn sich nicht auch die Vereine der Sache verschrieben hätten, „ihre“ Objekte auf Vordermann bringen.
Der Kobbelner Ortsvorsteher Manfred Holzhey düste schon seit den frühen Morgenstunden mit seinem grünen VW-Bulli durch die Gegend und begrüßte die Freiwilligen, die am Dorfanger, auf dem Spielplatz und natürlich auch am Kobbelner Stein für Ordnung sorgten. Äste mussten verschnitten werden, Laub wurde geharkt und viele andere kleinen Aufgaben gab es bis in die Mittagsstunden zu erledigen. Der Steinverein, der erst kürzlich getagt hatte, war mit Kind und Kegel angerückt und selbst die zweieinhalb-jährigen Zwillinge Lotta und Hanna waren mit Begeisterung dabei Äste aufzusammeln. „Wir haben in diesem Jahr tatsächlich viel vor und wollen unsere Attraktion mehr in den Fokus des Tourismus rücken. Schließlich ist unser Stein der größte Findling in der weiteren Umgebung“, erzählt Steffen Müller, Vorstandsmitglied im Steinverein. Von einem Naturlehrpfad mit Info-Strecke ist die Rede, die den Betrachtern sowohl die heimische Flora und Fauna, als auch die eiszeitliche Entwicklung näher bringen sollen und Toiletten würden dringend am Stein benötigt. Denn schon jetzt kämen viele Besucher und Radwanderer, die eben auch solche Bedürfnisse haben. „Ganz ohne Hilfe werden wir das nicht schaffen und hoffen auf Sponsoren“, so Steffen Müller. Einen Tipp hatte er noch: Ostereiersuchen für die Kinder ist am Stein besonders reizvoll. Für den Ortsvorsteher steht zunächst erst einmal die 40. Pfingstwanderung im Focus, die in diesem Jahr in Kobbeln beginnt, über die neuen Rundwanderwege führen soll und mit Wildscheinessen vom Spieß enden wird. Nicht zu vergessen ist das Dorffest im Juli.
Henzendorf begeht in diesem Jahr den 650. Geburtstag. Genau darauf waren die Aktivitäten des Frühjahrsputzes ausgerichtet. „Wir wollen vor allem das Dorfzentrum herrichten und da sind so einige Arbeiten notwendig. Ich freue mich, dass heute früh so viele gekommen sind“, sagte Ortsvorsteherin Ines Andreas, die auch von Arbeitsgruppe zu Arbeitsgruppe unterwegs war. Traktor und Wagen gehörten auch hier mit zum wichtigsten Arbeitsgerät. Schnell hatten Meinhardt Geller und Maik Trinks einen Hänger nach dem anderen voll: „Wir hätten nicht gedacht, dass hier noch soviel herumliegt, aber die Stürme des vergangenen Jahres haben auch noch so einiges hinterlassen.“ Am Kriegerdenkmal erinnert sich Gerhard Breske an Subotniks um 1960. „Damals kam auch die Presse und fuhr hier mit einem großen Wolga vor. Das war fast wie ein Staatsbesuch“, meinte er schmunzelnd zu seinem Mitstreitern.