Ärmelloses Hemd und kurze Hose, Basecap auf dem Kopf? Und so der Hitze widerstehen? Alles falsch oder zumindest nicht ausreichend. Lufttemperaturen von bis zu 38 Grad Celsius oder noch höher - gemessen im Schatten - werden für diesen Sonntag erwartet. Und am Sonnabend wird es mit maximal 35 Grad nur unwesentlich "kühler". Da spielt vor allem bei älteren Menschen der Kreislauf schnell verrückt.
"Das A und O ist bei Hitze: unbedingt viel trinken, und zwar etwa um die Hälfte mehr als normal", sagt Dr. Andreas Huth, Allgemeinmediziner und Arbeitsmediziner in Frankfurt. "Bei Hitze ist die Verdunstung sehr groß. Ältere Menschen sollten jetzt mindestens drei Liter pro Tag trinken, alle anderen 3,5 bis vier Liter." Eine Ausnahme bilden nur Nieren- und Herzkranke: "Sie dürfen nicht so viel trinken, sollten ihren Haus- oder ihren behandelnden Arzt konsultieren."
Herrscht draußen große Hitze, ist es immer am besten, zu Hause zu bleiben. Wer dennoch raus muss, dem rät der Mediziner, sich vor der Sonne zu schützen. "Das geht am besten mit einem Regenschirm", erklärt er. "Unter einer eng anliegenden Mütze staut sich die Hitze, die Temperatur steigt zusätzlich. Unter einem Schirm dagegen kann ein Luftaustausch stattfinden." Wer "spärlichen Haarwuchs" habe, sollte ohnehin bei Sonne immer eine Kopfbedeckung tragen.
Luftig sollte auch die Kleidung sein, luftig und lang. Warum lang? "Lange Sachen schützen die Haut vor der Sonneneinstrahlung", sagt Andreas Huth, "und sie sollten unbedingt hell sein, weil sie dann reflektierend wirken." Das gelte vor allem auch für Kinder. Wenn diese aber doch mal draußen im T-Shirt rumlaufen, sollte ihre Haut immer mit Sonnencreme geschützt werden - "und zwar mit solcher mit einem Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50". Auf keinen Fall aber sollten Kinder in der prallen Sonne stehen oder spielen.
Bei großer Hitze ist auch die Wahl der Speisen wichtig. "Essen Sie weniger als sonst", rät der Mediziner, "und essen sie nur leichte Kost, die den Kreislauf nicht belastet." Sportliche Betätigung sollte - wenn überhaupt - auf einfache Gymnastik beschränkt bleiben. Und für den Strandausflug mahnt Andreas Huth: "Bitte im Schatten bleiben, nicht in die pralle Sonne legen." Beim Baden müsse gerade jetzt, da die Differenz zwischen Luft- und Wassertemperatur sehr hoch sind, darauf geachtet werden, gemächlich ins Wasser zu gehen, nicht sofort reinzustürmen.
Und wenn jemand umkippt? "Dann unbedingt einen Arzt zu Hilfe holen", betont Andreas Huth, "und den Betroffenen hinlegen, die Beine hoch lagern, Stirn und Genick mit kaltem Wasser kühlen."
Am besten sei es, das Wochenende in Ruhe zu verbringen, sagt Dr. Huth. "Ideal wäre es, vor allem über Mittag gar nichts zu machen. Legen Sie einfach mal eine ausgedehnte Siesta ein!"