Seit Mitte März haben, bedingt durch die harten Einschnitte in Folge der Corona-Pandemie, 17.773 Betriebe mit 15 900 Beschäftigten im Landkreis Oder-Spree Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angemeldet. Wie viele Betriebe tatsächlich die Kurzarbeit in Anspruch genommen haben und wie viele Arbeitnehmer davon betroffen waren, dazu gibt es jetzt erste Zahlen.
Aufgrund des zeitlichen Verzuges bei der Abrechnung liegen die konkreten Daten erst einige Monate später vor. Torsten Hesse, Bereichsleiter für die Agenturen für Arbeit im Landkreis Oder-Spree, nannte im Rahmen eines monatlichen Pressegespräches konkrete Daten für den März, der ja nur zur Hälfte von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie betroffen war.

4331 Beschäftigte in Kurzarbeit

„Im März haben 668 Betriebe in Oder-Spree tatsächlich Kurzarbeit umgesetzt“, erklärte Torsten Hesse. „Davon waren 4331 Beschäftigte betroffen.“ Bei einer Gesamtzahl von rund 56.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gesamt Landkreis waren demnach rund sieben Prozent aller Beschäftigten im März in Kurzarbeit.
Torsten Hesse geht davon aus, dass die Zahlen für April, wenn sie vorliegen, deutlich höher ausfallen werden. Anhaltspunkte dafür geben die Zahlen, die schon für den Agenturbereich vorliegen, der die Landkreise Oder-Spree, Märkisch-Oderland und die Stadt Frankfurt umfasst. Demnach hat sich die Zahl der Betriebe , die Kurzarbeit tatsächlich umgesetzt haben, im April im Vergleich zum März nahezu verdoppelt. Bei den Beschäftigten waren zweieinhalbmal so viele in Kurzarbeit wie noch im April. In absoluten Zahlen: 2826 Betriebe mit 18.151 Beschäftigten waren in den Kreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und der Stadt Frankfurt im April in Kurzarbeit.

Weitere Entspannung erwartet

Derweil verzeichnet Torsten Hesse beim Thema Kurzarbeit eine Entspannung in Oder-Spree. Im August hatten lediglich nur noch 15 Betreibe neu angezeigt, dass sie beabsichtigen Kurzarbeit einzuführen.
Mit Blick auf den gesamten Arbeitsmarkt spricht Torsten Hesse für August von einer positiven Tendenz. „Mit Blick auf die einsetzende Herbstbelebung gehe ich von einer weiteren Entspannung auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten aus“, erklärte Hesse mit Blick auf die regionalen Gegebenheiten. Wie weit überregionale Einflüsse, zum Beispiel Produktionsrückgänge von Betrieben in Süddeutschland, sich auswirken, lasse sich jetzt schwer abschätzen. „Risiko bleiben weiterhin die langfristigen Folgen aus anderen Gebieten des Bundesgebietes“, so Hesse.
Entgegen dem Bundestrend ist im August die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Oder-Spree zurückgegangen. Allerdings, darauf macht Torsten Hesse auch aufmerksam, die Arbeitslosenquote liegt noch knapp ein Prozent über der Marke, die im August 2019 zu verzeichnen war.

Weniger neue Jobs als vor einem Jahr


Die Arbeitslosigkeit hat sich im Bereich Eisenhüttenstadt der Agentur für Arbeit von Juli auf August um 34 auf 1787 Personen verringert. Das waren 181 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im August 6,7 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,9 Prozent. Dabei meldeten sich 218 Personen (neu oder erneut) arbeitslos.

Der Bestand an Arbeitsstellen ist um 12 Stellen auf 255 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 58 Arbeitsstellen weniger. 45 Jobs wurden neue gemeldet.