Erste Publikation seit 1934
"Heimatmuseum: bewahren – forschen – entdecken" ist das Müllroser Museumsheft überschrieben, das jetzt in seiner ersten Auflage erschienen ist. Auf 30 Seiten enthält es zum einen eine ausführliche wissenschaftliche Abhandlung zu einem regionalhistorischen Thema – in diesem Falle zum Ernst-Thälmann-Denkmal in Müllrose – und zum anderen mehrere aktuelle Mitteilungen zur Arbeit des Museums. Als Form wurde ganz bewusst ein gedrucktes Heft aus Papier und kein digitales Format gewählt, denn: "Es gibt noch immer viele Menschen, die entweder keinen Computer haben oder die solche Publikationen nicht gern am Bildschirm lesen möchten", sagt Romy Werner, Museologin im Heimatmuseum. "Wir möchten den interessierten Menschen mit dem Museumsheft etwas in die Hand geben." An einer Möglichkeit, das Heft zusätzlich auch in digitaler Form zugänglich zu machen, werde noch gearbeitet.
Mit der Broschüre gibt das Heimatmuseum zum ersten Mal seit 1934 wieder eine eigene Publikation heraus. Das Haus war 1933 eröffnet worden und hatte ein Jahr später das Buch "Müllrose – aus den Schicksalen und Kämpfen einer märkischen Landstadt" des Heimatforschers Hermann Trebbin erscheinen lassen – die bisher einzige eigene Publikation.
Die Idee für die Herausgabe eines Museumsheftes war im vergangenen Jahr geboren worden. Anlass war eine Anfrage aus der Stadtverordnetenversammlung (SVV) zum Thema Erhalt oder Abriss des Ernst-Thälmann-Denkmals in der Beeskower Straße. Das Denkmal war 1986 anlässlich des 100. Geburtstags des Stalinisten und KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann eingeweiht worden. Seit mehreren Jahren wird die Frage diskutiert, ob und welche regionalhistorischen Bezüge es zwischen Müllrose und Ernst Thälmann gibt und wie mit dem Denkmal, das sich auf geschichtsträchtigem Gelände befindet, weiter verfahren werden soll.
Bedrucktes Papier statt Internet
Die Historikerin Doris Obschernitzki hatte im Auftrag des Heimatmuseums für die Diskussion in der SVV eine umfassende historische Abhandlung zum Ernst-Thälmann-Denkmal und zur Geschichte seines Standortes, auf dem sich unter anderem einst der Alte Friedhof befand, erarbeitet. Diese Abhandlung allen inte­ressierten Bürgern zugänglich zu machen, war letztlich der Anstoß für die Idee, eigene Publikationen des Heimatmuseums herauszugeben. Der Museumsbeirat der Stadt Müllrose und auch der Amtsdirektor des Amtes Schlaubetal stimmten dem zu.
Das erste Müllroser Museumsheft ist nun in einer Auflage von 100 Stück erschienen. Kernthema ist die insgesamt 25-seitige Abhandlung unter dem Titel "Das Ernst-Thälmann-Denkmal. Anmerkungen zu Ort und Person einer Gedenkstätte in Müllrose". Verkauft wird das Heft für 3 Euro pro Stück in der Schlaubetal-Information im Haus des Gastes.