„Wir haben für dieses Jahr nicht aktiv nach einem Pächter für die Kajüte gesucht“, erklärt Dorothee Schmidt-Breitung, die zu den Eigentümern der Kajüte GbR gehört. Der Zustand des Hauses aus dem 19. Jahrhundert habe eine Neuverpachtung schlicht nicht zugelassen. „Wir wollten restaurieren und das machen wir jetzt auch“, betont die über die Region hinaus bekannte Restauratorin.
Das Haus, in dem in den vergangenen Jahren auch immer wieder Konzerte stattgefunden haben, steht unter Denkmalschutz. Von daher sind die Auflagen streng. „Aber der Saal bekommt seine historische Ausmalung wieder“, verrät sie. „Das wird etwas ganz Besonderes.“ Die Fachfirma, die einst auch den Aktivist in Eisenhüttenstadt hat aufleben lassen, ist bereits vor Ort. „Unser Traum ist es, dass wir spätestens im Juni fertig sind“, sagt Dorothee Schmidt-Breitung. Fördergelder des Denkmalamtes ermöglichen die historische Schönheitskur.
Warum es gerade Juni sein muss? Da kommt am letzten Tag des Monats Liedermacher Rainald Grebe – offensichtlich mag er Ratzdorf. Er ist nämlich nicht das erste Mal in der Kajüte. Im Gepäck hat er sein Solo-Fontane-Programm. „Es gibt auch noch Karten“, versichert Dorothee Schmidt-Breitung. Wer eine davon haben möchte, der hat am Himmelfahrtstag die Chance. Denn da wird die Kajüte ihre Türen öffnen. Die Eigentümer hoffen auf viele Besucher. „Es gibt Getränke, Kuchen und etwas vom Grill“, sagt die Restauratorin. „Und natürlich kann man sich auch die Baustelle ansehen. Fertig sind wir bis dahin auf keinen Fall. Sollte es regnen, dann werden trotzdem alle in den Saal passen.“ Ab 10 Uhr ist an der Kajüte jemand anzutreffen. „Bis es dunkel wird, sind wir da. Und auch an den Tagen danach, können sich Besucher gern umsehen.“
Pfingsten soll das Traditionshaus ebenfalls nicht geschlossen bleiben. Die Bauarbeiten werden darüber hinaus andauern. Denn auch die Außenfassade soll aufgehübscht werden – gemäß der Denkmalvorschriften. Und an den Außenanlagen wird ebenfalls etwas getan. Denn die Eigentümer wollen die Kajüte, oder vielmehr den Saal, in diesem Jahr erstmals vermieten. „Für Geburtstagsfeiern haben wir bereits Anmeldungen“, erklärt Dorothee Schmidt-Breitung, die sich ebenso gut Hochzeitsfeiern vorstellen kann. Aber für solche Anlässe muss natürlich alles stimmen.
Auf lange Sicht hoffen sie und die anderen Eigentümer, einen neuen Pächter zu finden. „Wir werden aber niemanden mehr übers Internet suchen. Das muss sich fügen.“ Am liebsten wäre den Verantwortlichen eine Familie, die dann auch gleich in das Haus einzieht. Eine Wohnung könnte man dort sehr wohl ausbauen. Was Dorothee Schmidt-Breitung für unerlässlich hält: „Der Pächter muss kochen können.“ Das sei ganz wichtig, das habe die Erfahrung der vergangenen Jahre gezeigt.
Dass die Gemeinde für den „Oderblick“ nebenan eine neue Pächterin gefunden hat, das freut Dorothee Schmidt-Breitung sehr. „Das ist eine ganz nette“, sagt sie über Sabine Kanisch, die am 1. Mai erstmals Gäste empfangen hat und bis auf Montag täglich zugegen ist. Sollte sich auch im nächsten Jahr kein Pächter für die Kajüte finden, werden die Eigentümer das Konzept der Vermietung fortführen. „Und an bestimmten Tagen machen wir auf und empfangen Gäste – so wie zu Himmelfahrt.“ Auch ausgewählte Veranstaltungen soll es geben. Und für den Denkmaltag lassen sich die Verantwortlichen ebenfalls etwas einfallen.